SPD-Wentorf

Kontakt zur SPD Wentorf

Vorstand:
Lucas Siemers
Hauptstr. 17B
Tel. 0177 78 23 343
E-Mail senden:
siemers.lucas(a)outlook.de


Fraktion:
Andrea Hollweg
Stöckenhoop 19 B
Tel. 72 00 43 82

E-Mail senden:
Andrea.Hollweg(a)email.de

oder
Kontaktformular

Jusos Herzogtum Lauenburg
Webmaster
QR-Code

 

Willkommen im Ortsverein der SPD-Wentorf

Politik und Pizza in Wentorf

Ein Abend für ErstwählerInnen

am 6. Mai ab 18 Uhr in der Alten Schule:


Erstmals dürfen bei der Landtagswahl am 7. Mai auch junge Menschen ab 16 wählen. SPD, Grüne und SSW haben das beschlossen, die CDU war dagegen. Die SPD Wentorf nimmt das geänderte Wahlrecht zum Anlass, alle Erstwählerinnen und Erstwähler aus der Gemeinde am Vorabend der Wahl zu „Politik und Pizza“ einzuladen. Los geht es am 6. Mai um 18 Uhr in der Alten Schule Wentorf. Mögliche Themen für Gespräche an dem Abend sind die von der SPD geforderte Mindestausbildungsvergütung und ein Azubi-Ticket für Bus und Bahn, bezahlbare Wohnungen für junge Leute und der Glasfaser-Ausbau in Schleswig-Holstein.
 

 Mit dabei ist auch der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat. Er ist 40 Jahre alt und war Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politik, bevor er 2009 erstmals in den Landtag gewählt wurde. Im Landtag kümmert er sich vor allem um Bildungspolitik und die Zusammenarbeit mit Hamburg. Er berichtet: „Schon bis 2020 schließen wir alle Schulen an das Glasfasernetz an  und schaffen ein freies W-Lan im ganzen Land. Bis 2030 sollen alle Orte im Land mit Glasfaser versorgt sein.“ Als Hochschulpolitiker kann Martin Habersaat auch einen Überblick über Studienmöglichkeiten in Schleswig-Holstein geben. 

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage bei unserem Landtagsabgeordneten unter www.martinhabersaat.de.

 


Wünsche an die Politik

Ralf Stegner und Martin Habersaat besuchen

„Lütte Lüüd“:

Auf den Besuch aus dem Landtag hatten sich die Kinder gut vorbreitet. Isabell, Noah, Yannick und Rafael führten Ralf Stegner, Martin Habersaat und die Mitglieder der SPD Wentorf in flottem Tempo durch die Kita „Lütte Lüüd“, zeigten die Froschgruppe und die Igel, erklärten das System der Delegiertenwahlen zum Kita-Rat und die Kita-Verfassung. In der ist geregelt, was Kinder entscheiden, was Erwachsene, und was alle gemeinsam. Anschließend setzte man sich in einen Stuhlkreis und die Kinder erklärten ihre Wünsche an die Politik. Seit Februar 2017 ist die AWO-Einrichtung als Demokratie -Kita ausgezeichnet und zertifiziert. Das bedeutet, dass Kinder in angemessener Form an Entscheidungen beteiligt werden, die das Leben in der Kita betreffen.

Ralf Stegner, SPD-Chef in Schleswig-Holstein und Martin Habersaat, der örtliche Landtagsabgeordnete, bekamen mühevoll gestaltete Bilder mit auf den Weg. Auf dem einen werden Schulen gefordert, die Spaß machen. Auf einem anderen genug zu essen für arme Kinder. Das Bild mit der Forderung nach guten und stets reparierten Spielplätzen nahm Andrea Hollweg mit, SPD-Fraktionsvorsitzende in der Wentorfer Gemeindevertretung. Martin Habersaat: „Es ist toll, wenn Kinder früh an Demokratie und Mitbestimmung herangeführt werden. In anderen Orten haben mir  schon Grundschullehrerinnen erzählt, wie in Klasse 1 plötzlich neue Regeln her mussten, weil die Kinder daran gewöhnt waren, selbstverständlich mit zu entscheiden.“

Natürlich hatten auch Erwachsene noch Wüsche an den Besuch.  Kita-Leiterin Sabine Denß und Elternvertreter schilderten die schwierige Personallage bei Krankheitsfällen und wünschten sich eine Verbesserung des Personalschlüssels. Stegner sagte Schritte in diese Richtung zu und erklärte die drei Ziele der SPD in diesem Bereich: genügend Kita-Plätze, Steigerung der Qualität und Verbesserung der Ausstattung und eine Entlastung der Eltern. Dieser dient auch das seit 1.1.2017 an Eltern gezahlte Kita-Geld.

  
Fotos: Sibylle Hampel, Andrea Hollweg, Wolfgang Warmer (alle SPD Wentorf), Sabine Denß, Martin Habersaat, Ralf Stegner,


Zu Besuch im Wohnzentrum Hansa

Martin Habersaat und Ralf Stegner

unterwegs in Wentorf

„Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann.“  Dieses Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker hängt im Eingangsbereich des Wohnzentrums Hansa. Seit 1999 gibt es das Zuhause für 48 geistig- und körperbehinderte Menschen in Wentorf. Im Rahmen einer Tour durch den Wahlkreis statteten jetzt der örtliche Landtagsabgeordnete Martin Habersaat, der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner und Vertreter der SPD Wentorf der Einrichtung, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Leiterin Birgit Poburski einen Besuch ab.

Birgit Poburski berichtete von den Gründungsjahren und von den Konzepten zur Förderung und Integration des Menschen in der Gruppe. Besprochen wurden auch Herausforderungen für die Eingliederungshilfe und landespolitische Weichenstellungen der vergangenen Jahre. Bei einem Rundgang durch das Wohnzentrum durften die Gäste nicht nur den Snoezelraum besichtigen, sie lernten auch „Politikerkolleginnen und -kollegen“ kennen, nämlich den dreiköpfigen Bewohnerbeirat. Im hauseigenen Café gab es für die Gäste Kaffee und Kuchen. 

   
    Foto:
Ralf Stegner, Sybille Hampel, Birgit Poburski, Andrea Hollweg,Martin Habersaat


Viel erreicht. Und es soll weiter gehen. 

Bildungsministerin Britta Ernst

in der Alten Schule in Wentorf:

Schleswig-Holstein hat große Schritte in Richtung 100 Prozent Unterrichtsversorgung gemacht, die Inklusion wird mit zusätzlichen Ressourcen unterfüttert, die berufliche Bildung wurde gestärkt und es gibt im Land einen Schulfrieden, für den es sich einzusetzen lohnt. Das waren einige Ergebnisse des  bildungspolitischen Abends bei der SPD Wentorf. Über 60 Interessierte waren der Einladung gefolgt, sich mit Bildungsministerin Britta Ernst und dem örtlichen Landtagsabgeordneten Martin Habersaat über die Qualität von Schule und Unterricht auszutauschen.

An den Schulen gibt es heute 2000 Planstellen mehr als von der Vorgängerregierung für 2017 vorgesehen. Nach einem Bildungsdialog gibt es nach der Grundschule zwei Säulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, später ergänzt um die Beruflichen Schulen. Jugendberufsagenturen und eine bessere Verzahnung von Schule, Gewerkschaften und Wirtschaft sollen die berufliche Bildung stärken helfen. Immer wieder skizzierte Britta Ernst neben dem Erreichten auch Pläne für die kommenden Jahre. Dazu zählen die Einführung eines Sozialindex‘, nach dem Schulen mit besonderen Herausforderungen zusätzlich Ressourcen erhalten sollen und neue Anstrengungen im Ganztagsbereich.  

Mehr Ressourcen gab und gibt es auch für die Inklusion. Schleswig-Holstein hatte den Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf bereits in den 1990ern ein Wahlrecht eingeräumt, wie es das in Baden-Württemberg erst seit wenigen Jahren gibt. Die Länder seien unterschiedlich weit, betonte Britta Ernst, die konzeptionelle Maßnahmen der Landesregierung wie die Ausweitung der Schulsozialarbeit vorstellte und ankündigte, in den kommenden Jahren weitere 500 Stellen für Inklusion bereitzustellen. „Die Schulassistenzen an allen Grundschulen sind nur ein kleiner Teil dessen, was wir für Inklusion tun.“

Martin Habersaat, bis zu seinem Einzug in den Landtag Lehrer für Deutsch, Geschichte und PGW (Politik-Gesellschaft-Wirtschaft) an einem Gymnasium in Hamburg, gehärt seit 2009 dem Parlament an und ist stellvertretender Vorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Er berichtete: „Bei den Koalitionsverhandlungen 2012 haben wir den gebundenen Ganztag bewusst ausgeklammert, weil wir zunächst das vorhandene Angebot an den Schulen mit ausreichenden Ressourcen ausstatten mussten. Damit werden wir in den nächsten Jahren fertig, dann können wir uns neue Ziele vornehmen.“ Durch viele neu geschaffene Stellen und die Ausweitung des pädagogischen Angebots werde die Suche nach Fachkräften zunehmend schwieriger. Auch hier müsse ein Arbeitsschwerpunkt der künftigen Regierung liegen. „Die Ausweisung zusätzlicher Studienplätze ist ein naheliegender Ansatz, hilft uns aber nicht, wenn die Absolventen anschließend nicht an unseren Schulen landen.“

In der anschließenden Diskussion ging es auch um den Trend zu längeren Auslandsaufenthalten von Abiturientinnen und Abiturienten. Britta Ernst unterstützte solche Schritte, für die früher oft Klasse 11 genutzt wurde, und hat sich zudem erfolgreich dafür eingesetzt, in Schleswig-Holstein ein „Freiwilliges pädagogisches Jahr“ einzuführen, das bei der Berufsorientierung helfen und junge Menschen für den Lehrerberuf gewinnen soll. Eltern der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld in Glinde nutzten die Gelegenheit, sich bei der Ministerin nach dem Umgang mit Schulfusionen zu erkundigen. Ergebnis: Das Ministerium werde die Umsetzung sorgfältig begründeter, demokratisch legitimierter Entscheidungen unterstützen.

„Wir können stolz sein auf das, was wir in den vergangenen Jahren geschafft haben“, war das Fazit von Britta Ernst. Sie ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass noch weitere Schritte zu einem gerechten Bildungssystem erforderlich seien und die SPD noch viele Ideen zu dessen Verwirklichung hat.

   
Foto: Oliver Jäger (Schüler am Gymnasium Wentorf), Martin Habersaat, Britta Ernst, Wolfgang Jurksch (Vorsitzender SPD Wentorf)


 

Britta Ernst kommt nach Wentorf

Bildungsministerin im Gespräch am 3. April, 19.00 Uhr, Alte Schule

Wie verbessern wir unsere Schulen und den Unterricht? Diese Frage soll im Mittelpunkt stehen, wenn Bildungsministerin Britta Ernst am 3. April ab 19.00 Uhr in der Alten Schule Wentorf (Teichstraße 1) für ein Bürgergespräch zur Verfügung steht. Eingeladen haben sie die SPD Wentorf und Martin Habersaat, der örtliche Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion. Er erwartet in Wentorf vor allem Fragen zu den Themen G8/G9, zur Zukunft der beruflichen Bildung und zum neuen Gastschulabkommen mit Hamburg.

Aber auch in anderen Themenfeldern lohnt sich ein genauerer Blick. So wurde über die Schulstruktur in Schleswig-Holstein 2012/13 ein großer Bildungsdialog durchgeführt, dessen Ergebnisse Grundlage für einen Schulfrieden im Land sein sollen. In der Folge wurde beispielsweise die Regionalschule Wentorf zur Gemeinschaftsschule, die Gemeinschaftsschule Reinbek bekam eine Oberstufe. In einer ehrlichen Eröffnungsbilanz rechnete die Landesregierung vor, wie viele Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen fehlen und kam fortan in großen Schritten der 100% - Versorgung näher. Auch für die Inklusion legte Britta Ernst ein Konzept vor, das 500 weitere Stellen zur Folge hat. Außerdem wurden die Landesmittel für die Schulsozialarbeit deutlich aufgestockt (2012: 1,7 Mio. Euro, 2017: 17,8 Mio. Euro). Jede Grundschule bekam mindestens eine Schulassistenz.  

Zur Eingangsfrage fällt Martin Habersaat auch der Schul-TÜV ein: „Einst war Schleswig-Holstein das erste Bundesland, das eine externe Beratung von Schulen eingeführt hat. Die Idee war so gut, dass alle anderen Länder diesem Beispiel folgten. CDU und FDP haben das dann wieder abgeschafft, so dass Schleswig-Holstein 2012 das einzige Bundesland ohne so eine Einrichtung war.“ Jetzt gebe es wieder das „Schulfeedback“ und die Rückmeldungen der Schulen seien positiv.

 

Foto: Martin Habersaat und Bildungsministerin Britta Ernst am Rande einer Sitzung des Landtags

Links:
Informationen zum Bildungsdialog:
http://www.martinhabersaat.de/tag/bildungsdialog/

Informationen zum Schulfeedback:
http://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Schulqualitaet/Schulfeedback/schulfeedback_node.html


Wie gelingt Integration?

Aydan Özoguz  am 3.3.2017 in Wentorf

Wentorf bekommt einen prominenten Besuch. Auf Einladung unserer Bundestagsabgeordneten Dr. Nina Scheer wird die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz in der Aula des Kinderzentrums der Grundschule Wentorf, an einer “Frak­tion vor Ort”-Veranstaltung der Landes-SPD teilnehmen. Es geht um das Thema Integration von Flüchtlingen.       

 
    Foto: Aydan Özoguz MdB und Dr. Nina Scheer MdB

Wentorf beherbergte nach dem Kriege das größte Flüchtlingslager Europas. Die älteren Wentorferinnen und Wentorfer können sich noch gut an die komplizierte und schwierige Situation erinnern, in der sich damals sowohl die Flüchtlinge als auch die Einwohner des Ortes befanden. Um wie viel komplizierter sich das Miteinander gestaltet, wenn die Flüchtlinge kaum mit der ganz anderen Kultur vertraut sind und in ihrer Mehrheit noch nicht einmal die Sprache ihres Gastlandes verstehen und sprechen können, liegt auf der Hand.

Diese Menschen wurden insbesondere auch in Wentorf mit großer Hilfsbereitschaft aufgenommen. Auch wenn viele von ihnen sofort in ihre Heimat zurückkehren würden, wenn es dort Frieden gäbe. Wir müssen davon ausgehen, dass sie länger bei uns bleiben werden, einige ein Leben lang. Darum müssen wir auf Integration setzen. Dafür müssen alle Teile der Gesellschaft zusammenarbeiten.

Wir wollen unser Zusammenleben miteinander und nicht nebeneinander organisieren. Dafür braucht es zugleich Offenheit und klare Regeln, die alle befolgen müssen. Und natürlich brauchen Flüchtlinge die bestmöglichen Bedingungen, um sich schnell einleben zu können.

Für eine gute, gemeinsame Zukunft fordert die SPD-Bundestagsfraktion: schnelle Integration, Sicherheit und bezahlbare Wohnungen, Sprachförderung, Bildung und gute Arbeit. Dabei hat unsere Politik alle Menschen im Blick.

Dazu möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen und laden Sie herzlich ein,
am Freitag, den 3. März 2017, ab 18 Uhr  Wohltorfer Weg 6, in Wentorf daran teilzunehmen.

Wolfgang Jurksch
Vorsitzender der Wentorfer Sozialdemokraten


SPD Wentorf und Martin Habersaat starten durch

„Martin ist ein recht selbstbewusster, sachinteressierter Junge und kann das Unterrichtsgespräch entscheidend fördern und mit seinem Witz beleben“ -  So heißt es in einem Zeugnis, das Martin Habersaat in der 5. Klasse am Gymnasium Marienthal ausgestellt bekam. Seine Schwester Anika hatte es ausgegraben für einen Powerpoint-Vortrag über die vergangenen 40 Jahre und die Anfänge ihres Bruders in der Politik. Das Zeugnis sei geeignet, den Fraktionskollegen daran auch heute noch zu erkennen, fand der SPD-Landes- und Landtagsfraktionsvorsitzende Dr. Ralf Stegner, der zum gratulieren nach Wentorf gekommen war. Stegner: „In Süddeutschland heißt es, der Schwabe wird mit 40 klug. Bei Martin Habersaat war das schon vorher der Fall.“

Insgesamt waren knapp 70 Gäste dabei, um mit der SPD Wentorf und ihrem Abgeordneten gleichzeitig den runden Geburtstag und den Start in ein spannendes Wahljahr zu feiern. Ralf Stegner nutzte die Gelegenheit, um auf die inhaltlichen Schwerpunkte der SPD hinzuweisen, gerade an Themen wie Kita-Geld (die SPD hat es eingeführt, die CDU will es wieder abschaffen), Schulfrieden (die SPD hatte einen Bildungsdialog durchgeführt, die CDU will die Ergebnisse umkrempeln) und Mitbestimmung sowie Tariftreue (für die SPD Kernelemente ihrer Wirtschafts- und Arbeitspolitik, für die CDU lästige Bürokratie) könne man die Unterschiede beider Parteien erkennen. Und das sei auch gut, denn die Unterscheidbarkeit der großen Parteien helfe auch gegen die Populisten am rechten Rand. Ebenso hilfreich sei der Rückenwind, der durch die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz und die Besinnung der SPD auf Gerechtigkeitsthemen spürbar sei.

Mit dabei war auch die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer, die davon erzählte, wie sie ihre erste Veranstaltung in ihrem späteren Wahlkreis einst auf Einladung von Martin Habersaat in Glinde hatte.  Sie lobte die Zusammenarbeit mit ihrem Abgeordneten ebenso wie Wentorfs SPD-Vorsitzender Wolfgang Jurksch und viele der anwesenden Gäste. Der erwähnte Rückenwind aus Berlin war auch schon in Wentorf angekommen: Drei neue SPD-Mitglieder konnten in den letzten Wochen schon begrüßt werden.

Allen, die sich an dem Abend Zeit für ihn genommen hatten, hatte Martin Habersaat einen „Zeit für Martin“ - Button mitgebracht. Dieser zeigte allerdings nicht den Landtagsabgeordneten-Martin,  sondern den Kanzlerkandidaten-Martin.



Foto: Martin Schulz 2015 beim Gerechtigkeitskongress der SPD Schleswig-Holstein
Fotograf: Habersaat

Martin Habersaat über den Erfolg von Martin Schulz

Zwei Wochen nach der Entscheidung von Sigmar Gabriel, Martin Schulz als Kanzlerkandidaten und SPD-Vorsitzenden vorzuschlagen, hat die SPD in Umfragen mit der Union gleichgezogen. Martin Schulz hat Angela Merkel im Direktvergleich teilweise sogar schon überholt. In dieser Zeit sind über 4.600 neue Mitglieder in die SPD eingetreten, mehr als 200 davon in Schleswig-Holstein. Veranstaltungen mit Martin Schulz in Pinneberg, Rendsburg, Ahrensburg und anderswo sind rappelvoll, „Jetzt kommt Martin!“ - Buttons der Renner. Woher kommt das plötzliche Interesse an der SPD? Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, nennt drei Gründe für den willkommenen Rückenwind aus Berlin zur Landtagswahl am 7. Mai 2017.

Erstens: Die SPD hat Substanz. Der Aufschwung der SPD mag überraschend kommen, grundlos ist er nicht. Die Debatten über die Person Sigmar Gabriel lange Zeit überdeckt, dass die SPD historisch, programmatisch und personell eine Partei mit Substanz ist. Historisch, weil es die SPD seit über 150 Jahren gibt, sie einen hohen Organisationsgrad hat. Sie ist die älteste demokratische Partei in Deutschland, musste sich nach der NS-Herrschaft nicht umbenennen. Ihr ist das Frauenwahlrecht ebenso zu verdanken wie die Eröffnung von Bildungschancen für alle. Programmatisch, weil kaum eine Partei so viel Wert auf Inhalte und Programme legt. Ob in der Kommune, im Land, im Bund: Für alle Ebenen legt die SPD umfangreiche und ausgefeilte Programme vor, ist im Gegensatz zu manchen „Ein-Themen-Parteien“ -für Steuersenkungen die einen, gegen Flüchtlinge die anderen- eine „Alle-Themen-Partei“. Personell, weil die SPD in neun von 16 Bundesländern den Ministerpräsidenten bzw. die Ministerpräsidentin stellt und in weiteren vier Ländern an der Regierung beteiligt ist. Olaf Scholz, Malu Dreyer, Hannelore Kraft - das sind nur drei Beispiele für starke Sozialdemokraten in den Ländern. Auch in Schleswig-Holstein steht mit Torsten Albig ein erfolgreicher Ministerpräsident zur Wiederwahl an. Der Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier wird der nächste Bundespräsident. Die Ministerinnen und Minister sind der SPD sind Aktivposten der Regierungskoalition in Berlin.

Zweitens: Martin Schulz steht für eine Welt, wie wir sie uns wünschen. 72 Jahre Frieden in Europa. Das ist noch immer der größte Erfolg und das wichtigste Projekt der Europäischen Union. Martin Schulz verkörpert dieses Friedensprojekt wie kaum ein anderer. Zudem kann er seinen Einsatz für Gerechtigkeit authentisch an der eigenen Biografie belegen, kann Menschen emotional erreichen und Dinge erklären. Auch das rheinländische Talent, große Zusammenhänge anhand anschaulicher Anekdoten verständlich zu machen, trägt zu seinen guten Umfragewerten bei. Er war der Bürgermeister von nebenan. Zu einem „Wir schaffen das“ kommt auch immer der Ansatz, wie und unter welchen Bedingungen es geschafft werden soll. Und wer wünscht sich nicht ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit mit Politikern, die erklären, was sie tun? Gerade bei jüngeren, weltoffenen  Menschen kommt Martin Schulz deshalb gut an, in den sozialen Netzwerken wird er regelrecht gefeiert (#schulzzug, #jetztistschulz, #gottkanzler).

Drittens: Die Stärke der CDU war die Schwäche der SPD. Die CDU lag lange in Umfragen vor der SPD, hat diese Zeit aber kaum zur programmatischen oder personellen Erneuerung genutzt. Jetzt werden die Schwächen offenbar. Merkels wichtigster Minister ist 75 Jahre alt, es gibt kaum ein Führungskräftereservoir in den Bundesländern. Der eigene inhaltliche Kern wurde vernachlässigt, stattdessen wurden viele Themen von der politischen Konkurrenz übernommen, von einer „Sozialdemokratisierung der CDU“ sprachen viele. Angela Merkel vermied in vielen Fragen inhaltliche Festlegungen, verfolgte in Wahlkämpfen das Ziel einer niedrigen Wahlbeteiligung, weil diese ihr nützte („Asymmetrische Demobilisierung“). Der Konflikt mit der CSU wurde lange gar nicht und jüngst nur notdürftig überdeckt. Jetzt wird die Wahlbeteiligung steigen und die CDU muss sich gegen Konkurrenz von links und von rechts profilieren.



 

Der Beginn der Debatte

In Westdeutschland wurde seit 1951 das Abitur nach dreizehn Jahren abgelegt. Nach vier Jahren Grundschule folgten neun Jahre am Gymnasium (G9). In Ostdeutschland wurde das Abitur nach zwölf Jahren vergeben. Nach der Wiedervereinigung übernahmen zunächst einige ostdeutsche Bundesländer das Abitur nach 13 Jahren. Parallel gab es jedoch eine Debatte über das Alter deutscher Hochschulabsolventen.

In Europa war und ist eine kürzere Zeit bis zum Abitur die Regel, hinzu kamen die Wehrpflicht für männliche Absolventen und eine höhere Studiendauer. Die Wirtschaft drängte auf jüngere Nachwuchskräfte, die Rentenversicherung konnte eine längere Lebensarbeitszeit gut gebrauchen und in Ostdeutschland fand man, man hätte nicht ändern müssen, was jahrzehntelang gut geklappt hatte. Nach und nach führten alle Bundesländer das Abitur nach zwölf Jahren (wieder) ein. Einzige Ausnahme war Rheinland-Pfalz, wo das Abitur schon immer nach zwölfeinhalb Jahren vergeben wurde.    

MH: Als in Hamburg G8 eingeführt wurde, war ich Lehrer am Emil-Krause-Gymnasium. Und ich war kein Freund von G8 - was sicherlich auch damit zusammenhing, dass ich selbst das Abitur nach dreizehn Jahren abgelegt habe und man oft dem zuneigt, was man aus eigener Erfahrung kennt. So habe ich auch Angela Merkels Hinweis auf ihr eigenes Abitur nach zwölf Jahren auf dem CDU-Landesparteitag in Neumünster verstanden. Mit der Qualität von Unterricht hat die Frage G8 oder G9 nach meiner Ansicht nicht zu tun. Guter Unterricht ist unter den Bedingungen von G8 und G9 möglich, schlechter Unterricht allerdings auch.

 

Geschichte in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein war 2007 das letzte Bundesland, in dem die Umstellung auf G8 beschlossen wurde. 2016 verließen die ersten G8-Abiturienten die Gymnasien, weshalb oft von einem „doppelten Abiturjahrgang“ die Rede war. Ganz doppelt war er nicht, weil an den Gemeinschaftsschulen und den Beruflichen Gymnasien das Abitur weiterhin nach 13 Schuljahren abgelegt wird. Ins Staunen gerät, wer die treibenden Kräfte bei der Einführung von G8 sucht: Es waren der liberale Bildungspolitiker Ekkehard Klug ebenso wie die CDU-Landtagsfraktion.  

2011 war Ekkehard Klug Bildungsminister, hatte es sich anders überlegt und führte eine Wahlmöglichkeit ein: Alle Gymnasien konnten entscheiden, ob sie bei G8 bleiben oder zu G9 zurückkehren wollten. Offen blieb immer, ob diese Entscheidung einmalig oder jährlich neu möglich war. Von den 99 Gymnasien in Schleswig-Holstein entschieden sich zwölf für G9, vier bieten das Y-Modell mit G8 und G9 an. Heute gibt es im Land nur elf G8-Gymnasien, weil das Gymnasium Wentorf auf Wunsch des Schulträgers nicht zurück zu G9 wechseln durfte (Mehrheit damals: CDU, UWW).

Seit dem 1. August 2014 gilt in Schleswig-Holstein ein neues Schulgesetz, das diese Wahlmöglichkeit nicht mehr beinhaltet. Erarbeitet wurden die Regelungen in einem Bildungsdialog. Unter anderem sprachen sich die Landeselternvertretung der Gymnasien, die Landesschülervertretung der Gymnasien und der UV Nord wie viele andere für den Grundsatz „G8 an Gymnasien, G9 an Gemeinschaftsschulen“ aus.  

MH: In Schleswig-Holstein ist die Umstellung spät erfolgt, leider war sie trotzdem nicht freier von Problemen als anderswo. Das Doppelstundenprinzip hat sich an manchem Gymnasium erst recht spät durchgesetzt. Die Mittagspause vor der 7. und 8. Stunde auch. Die Entscheidung beim Bildungsdialog kam auch deshalb zustande, weil es in Schleswig-Holstein, anders als in anderen Bundesländern, alle Angebote gibt. G9 flächendeckend an Gemeinschaftsschulen und Beruflichen Gymnasien, G8 flächendeckend an den Gymnasien.

 

Die Lage in anderen Bundesländern

Einzelne westdeutsche Bundesländer sind in den vergangenen Jahren wieder teilweise zu G9 zurückgekehrt. Niedersachsen ist das einzige Land, das komplett wieder auf G9 setzt.  In Hessen können die Schulen selbst entscheiden, in Baden-Württemberg testen 44 Gymnasien die Rückkehr zu G9. In Mecklenburg-Vorpommern wird wie in allen anderen ostdeutschen Ländern das Abitur nach zwölf Jahren abgelegt.

MH: In anderen Bundesländern gibt es kein vergleichbar dichtes Netz an Gemeinschaftsschulen und Beruflichen Gymnasien, deshalb ist die Lage schwer zu vergleichen. Dass wir das gleiche Schulsystem haben wie Hamburg (dort gibt es Stadtteilschulen mit G9 und Gymnasien mit G8), halte ich bei der engen Verknüpfung beider Länder für einen Wert an sich.

 

Bildungsdialog 2012/2013

Die Koalition aus SPD, Grünen und SSW hatte 2012 im Koalitionsvertrag festgelegt, vor etwaigen Schulgesetzänderungen einen Bildungsdialog durchzuführen. Ziel war, mit allen am Bildungssystem beteiligten Gruppen ins Gespräch zu kommen. Im September 2012 wurden bei der ersten Bildungskonferenz Arbeitsgruppen gegründet, die im Dezember 2012 in Werkstattgesprächen ihre Zwischenergebnisse präsentierten. Empfehlungen für das neue Schulgesetz wurden nun auf der zweiten Konferenz im Frühjahr 2013 von über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgegeben, teilweise ohne Gegenstimme. Die Orte, an denen der Dialog stattfand, waren von hohem Symbolwert: Die Auftaktveranstaltung fand in der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule statt, die Werkstattgespräche am Gymnasium Kronshagen und die zweite große Konferenz schließlich am Regionalen Bildungszentrum Technik in Kiel. Damit waren auch die drei weiterführenden Schularten benannt, die in Schleswig-Holstein alle zur Hochschulreife führen können.

Empfohlen wurden die Umwandlung der Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen, die Grundsatzregelung „Gymnasien bieten das Abitur in acht Jahren an, Gemeinschaftsschulen in neun Jahren“ (bestehende G9- oder Y-Gymnasien erhielten Bestandsschutz), die Ermöglichung von Kooperationen unter Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und beruflichen Schulen, die dann gemeinsame Oberstufenkonzepte erarbeiten und die Abschaffung von abschlussbezogenen Klassen an Gemeinschaftsschulen.

MH: Die SPD und ihre Koalitionspartner fühlen sich an diese Ergebnisse des Bildungsdialogs gebunden, weil wir nur so den dringend benötigten Schulfrieden erreichen. Es sollte nicht nach jeder Landtagswahl das Schulsystem umgekrempelt werden.

 

Volksinitiativen in Hamburg und Schleswig-Holstein

Im März 2014 wurde bekannt, dass die Volksinitiative „G9 jetzt“ es nicht geschafft hatte, binnen eines Jahres die notwendigen 20.000 Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern zusammenzutragen. Tatsächlich schaffte man nur gut die Hälfte. Im Oktober 2014 musste dann die Initiative „G9–Jetzt–HH“ einräumen, dass sie die für einen Volksentscheid erforderlichen 63.000 Unterschriften nicht sammeln konnte. Sie hatte gefordert, den Hamburger Gymnasien die Wahlfreiheit zwischen dem Abitur nach acht oder neun Jahren einzuräumen.

MH: Ich habe Sympathie für die Auffassung, dass ein Jahr länger an der Schule für viele Schülerinnen und Schüler hilfreich wäre. Da würde ich aber zuerst auf die gucken, die die Schule nach neun oder zehn Jahren verlassen (müssen).

 

Studienergebnisse

Es gibt keine Studie, aus der hervorginge, dass das Freizeitverhalten von G8-Schülerinnen und Schülern sich signifikant von G9-Kollegen unterscheidet. In Nordrhein-Westfalen kam sogar heraus, dass die G8-Schülerinnen und Schüler häufiger im Sportverein waren oder einem musikalischen oder sozialen Hobby nachgingen. In Schleswig-Holstein ergab eine Befragung durch den Landeselternbeirat der Gymnasien und die Landesschülervertretung der Gymnasien, dass der Weg zum Abitur zwar anstrengend ist, aber weitgehend unabhängig davon, ob man acht Jahre oder neun Jahre am Gymnasium verbringt. Die Zufriedenheit mit der Schule lag bei beiden Gruppen im oberen Bereich. Beim Leistungsvermögen gibt es zwar Unterschiede, aber uneinheitliche. Manchmal sind die G8-Schülerinnen und Schüler besser, manchmal schlechter. Beim Bildungstrend 2015 des Berliner Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) gehörten Schleswig-Holsteins Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen zu den Besten in Deutschland. Sie haben enorm aufgeholt in den vergangenen Jahren. Vor allem in Englisch, aber auch in Deutsch hat die jüngste IQB-Studie einen deutlichen Lernzuwachs festgestellt.

Bildungswissenschaftler wie Klaus Klemm oder Ulrich Trautwein raten davon ab, die G8-Reform rückgängig zu machen. Es gebe wichtigere Baustellen. Spiegel-Online hat im Juni 2016 einige Studienergebnisse zusammengetragen.  

MH: Diese Ergebnisse kann ich mit anekdotischer Evidenz bestätigen. Ich habe Abiturientinnen und Abiturienten in G9 und G8 bis zum Abitur begleitet und bin der Meinung, dass in beiden Varianten junge Menschen die Schule verlassen haben, die bereit waren für das Leben und seine Herausforderungen. Nun sind sie alle Mitte 20 und diese Einschätzung hat sich bestätigt… Deshalb habe ich schon in meiner Zeit als Lehrer nicht mehr gefordert, das Rad zurückzudrehen.

 

Position der CDU

Die CDU hat sich in Schleswig-Holstein vehement für die Umstellung von G9 auf G8 eingesetzt. „Ich habe mehr als 20 Jahre für das G8-Abitur gekämpft“, sagte der ehemalige CDU-Spitzenkandidat Christian von Boetticher noch auf dem CDU-Landesparteitag in Neumünster. In der letzten Legislaturperiode hatte die CDU auf Drängen der FDP zwar allen Gymnasien ein Wahlrecht eingeräumt, ohne jedoch grundsätzlich an G8 zu wackeln. Noch im Oktober 2015 kündigte Daniel Günther für den Fall eines CDU-Wahlsiegs an: „Das Schulsystem wird so bleiben wie es ist.“  Zwei Tage vor dem Landesparteitag dann der Sinneswandel, der Wechsel zurück zu G9 soll für alle von oben angeordnet werden.

MH: Eigentlich diskutieren wir in der Landespolitik seit Längerem nicht mehr über das Schulsystem - Fragen nach der Unterrichtsqualität und den nötigen Ressourcen sind wesentlich dringender. Es ist ein Rückfall der CDU in überwunden geglaubte Zeiten. Ein Ziel haben die Christdemokraten aber  sicherlich erreicht: Ihr Spitzenkandidat ist durch diese Volte bekannter geworden. Die Frage ist, ob so eine Politik ohne Rücksicht auf Verluste der Sache dienlich ist. Zwei positive Aspekte gibt es immerhin auch: Wegen des Konnexitätsprinzips („Wer bestellt, muss bezahlen“) würden die Schulträger im Land sich erstens über eine Landesfinanzierung der neuen Raumkonzepte freuen können. Positiv ist zweitens, dass kurz vor der Landtagswahl deutlich wird: Schulfrieden gibt es nur mit SPD, GRÜNEN und SSW. Wir machen das.

 

*Martin Habersaat ist seit 2009 Landtagsabgeordneter und seit 2011 bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Bis zu seinem Einzug in den Landtag war er Gymnasiallehrer am Emil-Krause-Gymnasium in Hamburg und unterrichtete dort die Fächer Deutsch, Geschichte und PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft). Von 2004 - 2006 absolvierte er sein Referendariat am Gymnasium Sachsenwaldschule in Reinbek.

Homepage: Martin Habersaat, MdL

Und eine Kommentierung von Martin Habersaat*:

 

Der Beginn der Debatte

In Westdeutschland wurde seit 1951 das Abitur nach dreizehn Jahren abgelegt. Nach vier Jahren Grundschule folgten neun Jahre am Gymnasium (G9). In Ostdeutschland wurde das Abitur nach zwölf Jahren vergeben. Nach der Wiedervereinigung übernahmen zunächst einige ostdeutsche Bundesländer das Abitur nach 13 Jahren. Parallel gab es jedoch eine Debatte über das Alter deutscher Hochschulabsolventen.

In Europa war und ist eine kürzere Zeit bis zum Abitur die Regel, hinzu kamen die Wehrpflicht für männliche Absolventen und eine höhere Studiendauer. Die Wirtschaft drängte auf jüngere Nachwuchskräfte, die Rentenversicherung konnte eine längere Lebensarbeitszeit gut gebrauchen und in Ostdeutschland fand man, man hätte nicht ändern müssen, was jahrzehntelang gut geklappt hatte. Nach und nach führten alle Bundesländer das Abitur nach zwölf Jahren (wieder) ein. Einzige Ausnahme war Rheinland-Pfalz, wo das Abitur schon immer nach zwölfeinhalb Jahren vergeben wurde.    

MH: Als in Hamburg G8 eingeführt wurde, war ich Lehrer am Emil-Krause-Gymnasium. Und ich war kein Freund von G8 - was sicherlich auch damit zusammenhing, dass ich selbst das Abitur nach dreizehn Jahren abgelegt habe und man oft dem zuneigt, was man aus eigener Erfahrung kennt. So habe ich auch Angela Merkels Hinweis auf ihr eigenes Abitur nach zwölf Jahren auf dem CDU-Landesparteitag in Neumünster verstanden. Mit der Qualität von Unterricht hat die Frage G8 oder G9 nach meiner Ansicht nicht zu tun. Guter Unterricht ist unter den Bedingungen von G8 und G9 möglich, schlechter Unterricht allerdings auch.

 

Geschichte in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein war 2007 das letzte Bundesland, in dem die Umstellung auf G8 beschlossen wurde. 2016 verließen die ersten G8-Abiturienten die Gymnasien, weshalb oft von einem „doppelten Abiturjahrgang“ die Rede war. Ganz doppelt war er nicht, weil an den Gemeinschaftsschulen und den Beruflichen Gymnasien das Abitur weiterhin nach 13 Schuljahren abgelegt wird. Ins Staunen gerät, wer die treibenden Kräfte bei der Einführung von G8 sucht: Es waren der liberale Bildungspolitiker Ekkehard Klug ebenso wie die CDU-Landtagsfraktion.  

2011 war Ekkehard Klug Bildungsminister, hatte es ich anders überlegt und führte eine Wahlmöglichkeit ein: Alle Gymnasien konnten entscheiden, ob sie bei G8 bleiben oder zu G9 zurückkehren wollten. Offen blieb immer, ob diese Entscheidung einmalig oder jährlich neu möglich war. Von den 99 Gymnasien in Schleswig-Holstein entschieden sich zwölf für G9, vier bieten das Y-Modell mit G8 und G9 an. Heute gibt es im Land nur elf G8-Gymnasium, weil das Gymnasium Wentorf auf Wunsch des Schulträgers nicht zurück zu G9 wechseln durfte (Mehrheit damals: CDU, UWW).

Seit dem 1. August 2014 gilt in Schleswig-Holstein ein neues Schulgesetz, das diese Wahlmöglichkeit nicht mehr beinhaltet. Erarbeitet wurden die Regelungen in einem Bildungsdialog. Unter anderem sprachen sich die Landeselternvertretung der Gymnasien, die Landesschülervertretung der Gymnasien und der UV Nord wie viele andere für den Grundsatz „G8 an Gymnasien, G9 an Gemeinschaftsschulen“ aus.  

MH: In Schleswig-Holstein ist die Umstellung spät erfolgt, leider war sie trotzdem nicht freier von Problemen als anderswo. Das Doppelstundenprinzip hat sich an manchem Gymnasium erst recht spät durchgesetzt. Die Mittagspause vor der 7. und 8. Stunde auch. Die Entscheidung beim Bildungsdialog kam auch deshalb zustande, weil es in Schleswig-Holstein, anders als in anderen Bundesländern, alle Angebote gibt. G9 flächendeckend an Gemeinschaftsschulen und Beruflichen Gymnasien, G8 flächendeckend an den Gymnasien.

 

Die Lage in anderen Bundesländern

Einzelne westdeutsche Bundesländer sind in den vergangenen Jahren wieder teilweise zu G9 zurückgekehrt. Niedersachsen ist das einzige Land, das komplett wieder auf G9 setzt.  In Hessen können die Schulen selbst entscheiden, in Baden-Württemberg testen 44 Gymnasien die Rückkehr zu G9. In Mecklenburg-Vorpommern wird wie in allen anderen ostdeutschen Ländern das Abitur nach zwölf Jahren abgelegt.

MH: In anderen Bundesländern gibt es kein vergleichbar dichtes Netz an Gemeinschaftsschulen und Beruflichen Gymnasien, deshalb ist die Lage schwer zu vergleichen. Dass wir das gleiche Schulsystem haben wie Hamburg (dort gibt es Stadtteilschulen mit G9 und Gymnasien mit G8), halte ich bei der engen Verknüpfung beider Länder für einen Wert an sich.

 

Bildungsdialog 2012/2013

Die Koalition aus SPD, Grünen und SSW hatte 2012 im Koalitionsvertrag festgelegt, vor etwaigen Schulgesetzänderungen einen Bildungsdialog durchzuführen. Ziel war, mit allen am Bildungssystem beteiligten Gruppen ins Gespräch zu kommen. Im September 2012 wurden bei der ersten Bildungskonferenz Arbeitsgruppen gegründet, die im Dezember 2012 in Werkstattgesprächen ihre Zwischenergebnisse präsentierten. Empfehlungen für das neue Schulgesetz wurden nun auf der zweiten Konferenz im Frühjahr 2013 von über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgegeben, teilweise ohne Gegenstimme. Die Orte, an denen der Dialog stattfand, waren von hohem Symbolwert: Die Auftaktveranstaltung fand in der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule statt, die Werkstattgespräche am Gymnasium Kronshagen und die zweite große Konferenz schließlich am Regionalen Bildungszentrum Technik in Kiel. Damit waren auch die drei weiterführenden Schularten benannt, die in Schleswig-Holstein alle zur Hochschulreife führen können.

Empfohlen wurden die Umwandlung der Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen, die Grundsatzregelung „Gymnasien bieten das Abitur in acht Jahren an, Gemeinschaftsschulen in neun Jahren“ (bestehende G9- oder Y-Gymnasien erhielten Bestandsschutz), die Ermöglichung von Kooperationen unter Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und beruflichen Schulen, die dann gemeinsame Oberstufenkonzepte erarbeiten und die Abschaffung von abschlussbezogenen Klassen an Gemeinschaftsschulen.

MH: Die SPD und ihre Koalitionspartner fühlen sich an diese Ergebnisse des Bildungsdialogs gebunden, weil wir nur so den dringend benötigten Schulfrieden erreichen. Es sollte nicht nach jeder Landtagswahl das Schulsystem umgekrempelt werden.

 

Volksinitiativen in Hamburg und Schleswig-Holstein

Im März 2014 wurde bekannt, dass die Volksinitiative „G9 jetzt“ es nicht geschafft hatte, binnen eines Jahres die notwendigen 20.000 Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern zusammenzutragen. Tatsächlich schaffte man nur gut die Hälfte. Im Oktober 2014 musste dann die Initiative „G9–Jetzt–HH“ einräumen, dass sie die für einen Volksentscheid erforderlichen 63.000 Unterschriften nicht sammeln konnte. Sie hatte gefordert, den Hamburger Gymnasien die Wahlfreiheit zwischen dem Abitur nach acht oder neun Jahren einzuräumen.

MH: Ich habe Sympathie für die Auffassung, dass ein Jahr länger an der Schule für viele Schülerinnen und Schüler hilfreich wäre. Da würde ich aber zuerst auf die gucken, die die Schule nach neun oder zehn Jahren verlassen (müssen).

 

Studienergebnisse

Es gibt keine Studie, aus der hervorginge, dass das Freizeitverhalten von G8-Schülerinnen und Schülern sich signifikant von G9-Kollegen unterscheidet. In Nordrhein-Westfalen kam sogar heraus, dass die G8-Schülerinnen und Schüler häufiger im Sportverein waren oder einem musikalischen oder sozialen Hobby nachgingen. In Schleswig-Holstein ergab eine Befragung durch den Landeselternbeirat der Gymnasien und die Landesschülervertretung der Gymnasien, dass der Weg zum Abitur zwar anstrengend ist, aber weitgehend unabhängig davon, ob man acht Jahre oder neun Jahre am Gymnasium verbringt. Die Zufriedenheit mit der Schule lag bei beiden Gruppen im oberen Bereich. Beim Leistungsvermögen gibt es zwar Unterschiede, aber uneinheitliche. Manchmal sind die G8-Schülerinnen und Schüler besser, manchmal schlechter. Beim Bildungstrend 2015 des Berliner Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) gehörten Schleswig-Holsteins Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen zu den Besten in Deutschland. Sie haben enorm aufgeholt in den vergangenen Jahren. Vor allem in Englisch, aber auch in Deutsch hat die jüngste IQB-Studie einen deutlichen Lernzuwachs festgestellt.

Bildungswissenschaftler wie Klaus Klemm oder Ulrich Trautwein raten davon ab, die G8-Reform rückgängig zu machen. Es gebe wichtigere Baustellen. Spiegel-Online hat im Juni 2016 einige Studienergebnisse zusammengetragen.  

MH: Diese Ergebnisse kann ich mit anekdotischer Evidenz bestätigen. Ich habe Abiturientinnen und Abiturienten in G9 und G8 bis zum Abitur begleitet und bin der Meinung, dass in beiden Varianten junge Menschen die Schule verlassen haben, die bereit waren für das Leben und seine Herausforderungen. Nun sind sie alle Mitte 20 und diese Einschätzung hat sich bestätigt… Deshalb habe ich schon in meiner Zeit als Lehrer nicht mehr gefordert, das Rad zurückzudrehen.

 

Position der CDU

Die CDU hat sich in Schleswig-Holstein vehement für die Umstellung von G9 auf G8 eingesetzt. „Ich habe mehr als 20 Jahre für das G8-Abitur gekämpft“, sagte der ehemalige CDU-Spitzenkandidat Christian von Boetticher noch auf dem CDU-Landesparteitag in Neumünster. In der letzten Legislaturperiode hatte die CDU auf Drängen der FDP zwar allen Gymnasien ein Wahlrecht eingeräumt, ohne jedoch grundsätzlich an G8 zu wackeln. Noch im Oktober 2015 kündigte Daniel Günther für den Fall eines CDU-Wahlsiegs an: „Das Schulsystem wird so bleiben wie es ist.“  Zwei Tage vor dem Landesparteitag dann der Sinneswandel, der Wechsel zurück zu G9 soll für alle von oben angeordnet werden.

MH: Eigentlich diskutieren wir in der Landespolitik seit Längerem nicht mehr über das Schulsystem - Fragen nach der Unterrichtsqualität und den nötigen Ressourcen sind wesentlich dringender. Es ist ein Rückfall der CDU in überwunden geglaubte Zeiten. Ein Ziel haben die Christdemokraten aber  sicherlich erreicht: Ihr Spitzenkandidat ist durch diese Volte bekannter geworden. Die Frage ist, ob so eine Politik ohne Rücksicht auf Verluste der Sache dienlich ist. Zwei positive Aspekte gibt es immerhin auch: Wegen des Konnexitätsprinzips („Wer bestellt, muss bezahlen“) würden die Schulträger im Land sich erstens über eine Landesfinanzierung der neuen Raumkonzepte freuen können. Positiv ist zweitens, dass kurz vor der Landtagswahl deutlich wird: Schulfrieden gibt es nur mit SPD, GRÜNEN und SSW. Wir machen das.

 

*Martin Habersaat ist seit 2009 Landtagsabgeordneter und seit 2011 bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Bis zu seinem Einzug in den Landtag war er Gymnasiallehrer am Emil-Krause-Gymnasium in Hamburg und unterrichtete dort die Fächer Deutsch, Geschichte und PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft). Von 2004 - 2006 absolvierte er sein Referendariat am Gymnasium Sachsenwaldschule in Reinbek.

Homepage: Martin Habersaat, MdL

Und eine Kommentierung von Martin Habersaat*:

 

Der Beginn der Debatte

In Westdeutschland wurde seit 1951 das Abitur nach dreizehn Jahren abgelegt. Nach vier Jahren Grundschule folgten neun Jahre am Gymnasium (G9). In Ostdeutschland wurde das Abitur nach zwölf Jahren vergeben. Nach der Wiedervereinigung übernahmen zunächst einige ostdeutsche Bundesländer das Abitur nach 13 Jahren. Parallel gab es jedoch eine Debatte über das Alter deutscher Hochschulabsolventen.

In Europa war und ist eine kürzere Zeit bis zum Abitur die Regel, hinzu kamen die Wehrpflicht für männliche Absolventen und eine höhere Studiendauer. Die Wirtschaft drängte auf jüngere Nachwuchskräfte, die Rentenversicherung konnte eine längere Lebensarbeitszeit gut gebrauchen und in Ostdeutschland fand man, man hätte nicht ändern müssen, was jahrzehntelang gut geklappt hatte. Nach und nach führten alle Bundesländer das Abitur nach zwölf Jahren (wieder) ein. Einzige Ausnahme war Rheinland-Pfalz, wo das Abitur schon immer nach zwölfeinhalb Jahren vergeben wurde.    

MH: Als in Hamburg G8 eingeführt wurde, war ich Lehrer am Emil-Krause-Gymnasium. Und ich war kein Freund von G8 - was sicherlich auch damit zusammenhing, dass ich selbst das Abitur nach dreizehn Jahren abgelegt habe und man oft dem zuneigt, was man aus eigener Erfahrung kennt. So habe ich auch Angela Merkels Hinweis auf ihr eigenes Abitur nach zwölf Jahren auf dem CDU-Landesparteitag in Neumünster verstanden. Mit der Qualität von Unterricht hat die Frage G8 oder G9 nach meiner Ansicht nicht zu tun. Guter Unterricht ist unter den Bedingungen von G8 und G9 möglich, schlechter Unterricht allerdings auch.

 

Geschichte in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein war 2007 das letzte Bundesland, in dem die Umstellung auf G8 beschlossen wurde. 2016 verließen die ersten G8-Abiturienten die Gymnasien, weshalb oft von einem „doppelten Abiturjahrgang“ die Rede war. Ganz doppelt war er nicht, weil an den Gemeinschaftsschulen und den Beruflichen Gymnasien das Abitur weiterhin nach 13 Schuljahren abgelegt wird. Ins Staunen gerät, wer die treibenden Kräfte bei der Einführung von G8 sucht: Es waren der liberale Bildungspolitiker Ekkehard Klug ebenso wie die CDU-Landtagsfraktion.  

2011 war Ekkehard Klug Bildungsminister, hatte es ich anders überlegt und führte eine Wahlmöglichkeit ein: Alle Gymnasien konnten entscheiden, ob sie bei G8 bleiben oder zu G9 zurückkehren wollten. Offen blieb immer, ob diese Entscheidung einmalig oder jährlich neu möglich war. Von den 99 Gymnasien in Schleswig-Holstein entschieden sich zwölf für G9, vier bieten das Y-Modell mit G8 und G9 an. Heute gibt es im Land nur elf G8-Gymnasium, weil das Gymnasium Wentorf auf Wunsch des Schulträgers nicht zurück zu G9 wechseln durfte (Mehrheit damals: CDU, UWW).

Seit dem 1. August 2014 gilt in Schleswig-Holstein ein neues Schulgesetz, das diese Wahlmöglichkeit nicht mehr beinhaltet. Erarbeitet wurden die Regelungen in einem Bildungsdialog. Unter anderem sprachen sich die Landeselternvertretung der Gymnasien, die Landesschülervertretung der Gymnasien und der UV Nord wie viele andere für den Grundsatz „G8 an Gymnasien, G9 an Gemeinschaftsschulen“ aus.  

MH: In Schleswig-Holstein ist die Umstellung spät erfolgt, leider war sie trotzdem nicht freier von Problemen als anderswo. Das Doppelstundenprinzip hat sich an manchem Gymnasium erst recht spät durchgesetzt. Die Mittagspause vor der 7. und 8. Stunde auch. Die Entscheidung beim Bildungsdialog kam auch deshalb zustande, weil es in Schleswig-Holstein, anders als in anderen Bundesländern, alle Angebote gibt. G9 flächendeckend an Gemeinschaftsschulen und Beruflichen Gymnasien, G8 flächendeckend an den Gymnasien.

 

Die Lage in anderen Bundesländern

Einzelne westdeutsche Bundesländer sind in den vergangenen Jahren wieder teilweise zu G9 zurückgekehrt. Niedersachsen ist das einzige Land, das komplett wieder auf G9 setzt.  In Hessen können die Schulen selbst entscheiden, in Baden-Württemberg testen 44 Gymnasien die Rückkehr zu G9. In Mecklenburg-Vorpommern wird wie in allen anderen ostdeutschen Ländern das Abitur nach zwölf Jahren abgelegt.

MH: In anderen Bundesländern gibt es kein vergleichbar dichtes Netz an Gemeinschaftsschulen und Beruflichen Gymnasien, deshalb ist die Lage schwer zu vergleichen. Dass wir das gleiche Schulsystem haben wie Hamburg (dort gibt es Stadtteilschulen mit G9 und Gymnasien mit G8), halte ich bei der engen Verknüpfung beider Länder für einen Wert an sich.

 

Bildungsdialog 2012/2013

Die Koalition aus SPD, Grünen und SSW hatte 2012 im Koalitionsvertrag festgelegt, vor etwaigen Schulgesetzänderungen einen Bildungsdialog durchzuführen. Ziel war, mit allen am Bildungssystem beteiligten Gruppen ins Gespräch zu kommen. Im September 2012 wurden bei der ersten Bildungskonferenz Arbeitsgruppen gegründet, die im Dezember 2012 in Werkstattgesprächen ihre Zwischenergebnisse präsentierten. Empfehlungen für das neue Schulgesetz wurden nun auf der zweiten Konferenz im Frühjahr 2013 von über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgegeben, teilweise ohne Gegenstimme. Die Orte, an denen der Dialog stattfand, waren von hohem Symbolwert: Die Auftaktveranstaltung fand in der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule statt, die Werkstattgespräche am Gymnasium Kronshagen und die zweite große Konferenz schließlich am Regionalen Bildungszentrum Technik in Kiel. Damit waren auch die drei weiterführenden Schularten benannt, die in Schleswig-Holstein alle zur Hochschulreife führen können.

Empfohlen wurden die Umwandlung der Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen, die Grundsatzregelung „Gymnasien bieten das Abitur in acht Jahren an, Gemeinschaftsschulen in neun Jahren“ (bestehende G9- oder Y-Gymnasien erhielten Bestandsschutz), die Ermöglichung von Kooperationen unter Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und beruflichen Schulen, die dann gemeinsame Oberstufenkonzepte erarbeiten und die Abschaffung von abschlussbezogenen Klassen an Gemeinschaftsschulen.

MH: Die SPD und ihre Koalitionspartner fühlen sich an diese Ergebnisse des Bildungsdialogs gebunden, weil wir nur so den dringend benötigten Schulfrieden erreichen. Es sollte nicht nach jeder Landtagswahl das Schulsystem umgekrempelt werden.

 

Volksinitiativen in Hamburg und Schleswig-Holstein

Im März 2014 wurde bekannt, dass die Volksinitiative „G9 jetzt“ es nicht geschafft hatte, binnen eines Jahres die notwendigen 20.000 Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern zusammenzutragen. Tatsächlich schaffte man nur gut die Hälfte. Im Oktober 2014 musste dann die Initiative „G9–Jetzt–HH“ einräumen, dass sie die für einen Volksentscheid erforderlichen 63.000 Unterschriften nicht sammeln konnte. Sie hatte gefordert, den Hamburger Gymnasien die Wahlfreiheit zwischen dem Abitur nach acht oder neun Jahren einzuräumen.

MH: Ich habe Sympathie für die Auffassung, dass ein Jahr länger an der Schule für viele Schülerinnen und Schüler hilfreich wäre. Da würde ich aber zuerst auf die gucken, die die Schule nach neun oder zehn Jahren verlassen (müssen).

 

Studienergebnisse

Es gibt keine Studie, aus der hervorginge, dass das Freizeitverhalten von G8-Schülerinnen und Schülern sich signifikant von G9-Kollegen unterscheidet. In Nordrhein-Westfalen kam sogar heraus, dass die G8-Schülerinnen und Schüler häufiger im Sportverein waren oder einem musikalischen oder sozialen Hobby nachgingen. In Schleswig-Holstein ergab eine Befragung durch den Landeselternbeirat der Gymnasien und die Landesschülervertretung der Gymnasien, dass der Weg zum Abitur zwar anstrengend ist, aber weitgehend unabhängig davon, ob man acht Jahre oder neun Jahre am Gymnasium verbringt. Die Zufriedenheit mit der Schule lag bei beiden Gruppen im oberen Bereich. Beim Leistungsvermögen gibt es zwar Unterschiede, aber uneinheitliche. Manchmal sind die G8-Schülerinnen und Schüler besser, manchmal schlechter. Beim Bildungstrend 2015 des Berliner Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) gehörten Schleswig-Holsteins Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen zu den Besten in Deutschland. Sie haben enorm aufgeholt in den vergangenen Jahren. Vor allem in Englisch, aber auch in Deutsch hat die jüngste IQB-Studie einen deutlichen Lernzuwachs festgestellt.

Bildungswissenschaftler wie Klaus Klemm oder Ulrich Trautwein raten davon ab, die G8-Reform rückgängig zu machen. Es gebe wichtigere Baustellen. Spiegel-Online hat im Juni 2016 einige Studienergebnisse zusammengetragen.  

MH: Diese Ergebnisse kann ich mit anekdotischer Evidenz bestätigen. Ich habe Abiturientinnen und Abiturienten in G9 und G8 bis zum Abitur begleitet und bin der Meinung, dass in beiden Varianten junge Menschen die Schule verlassen haben, die bereit waren für das Leben und seine Herausforderungen. Nun sind sie alle Mitte 20 und diese Einschätzung hat sich bestätigt… Deshalb habe ich schon in meiner Zeit als Lehrer nicht mehr gefordert, das Rad zurückzudrehen.

 

Position der CDU

Die CDU hat sich in Schleswig-Holstein vehement für die Umstellung von G9 auf G8 eingesetzt. „Ich habe mehr als 20 Jahre für das G8-Abitur gekämpft“, sagte der ehemalige CDU-Spitzenkandidat Christian von Boetticher noch auf dem CDU-Landesparteitag in Neumünster. In der letzten Legislaturperiode hatte die CDU auf Drängen der FDP zwar allen Gymnasien ein Wahlrecht eingeräumt, ohne jedoch grundsätzlich an G8 zu wackeln. Noch im Oktober 2015 kündigte Daniel Günther für den Fall eines CDU-Wahlsiegs an: „Das Schulsystem wird so bleiben wie es ist.“  Zwei Tage vor dem Landesparteitag dann der Sinneswandel, der Wechsel zurück zu G9 soll für alle von oben angeordnet werden.

MH: Eigentlich diskutieren wir in der Landespolitik seit Längerem nicht mehr über das Schulsystem - Fragen nach der Unterrichtsqualität und den nötigen Ressourcen sind wesentlich dringender. Es ist ein Rückfall der CDU in überwunden geglaubte Zeiten. Ein Ziel haben die Christdemokraten aber  sicherlich erreicht: Ihr Spitzenkandidat ist durch diese Volte bekannter geworden. Die Frage ist, ob so eine Politik ohne Rücksicht auf Verluste der Sache dienlich ist. Zwei positive Aspekte gibt es immerhin auch: Wegen des Konnexitätsprinzips („Wer bestellt, muss bezahlen“) würden die Schulträger im Land sich erstens über eine Landesfinanzierung der neuen Raumkonzepte freuen können. Positiv ist zweitens, dass kurz vor der Landtagswahl deutlich wird: Schulfrieden gibt es nur mit SPD, GRÜNEN und SSW. Wir machen das.

 

*Martin Habersaat ist seit 2009 Landtagsabgeordneter und seit 2011 bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Bis zu seinem Einzug in den Landtag war er Gymnasiallehrer am Emil-Krause-Gymnasium in Hamburg und unterrichtete dort die Fächer Deutsch, Geschichte und PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft). Von 2004 - 2006 absolvierte er sein Referendariat am Gymnasium Sachsenwaldschule in Reinbek.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


Frauenfrühstück der ASF

Samstag,  4. Februar 2017 von 10.30 bis 13.00 Uhr in der Alten Schule, Teichstrasse 1 in Wentorf, Gabriele Hiller-Ohm MdB berichtet über ihre Arbeit im Bundestag (Bereich Arbeit und Soziales), die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer erläutert die Politik des Landes Schleswig-Holstein.

Anmeldung erbeten bei Sibylle Hampel.
Mail:sibylle.hampel@gmx.de


„Das Leben der Menschen besser machen“

25 Jahre gemeinsamer Neujahrsempfang
der SPD in Südstormarn und Wentorf

1992 war Torsten Albig 29 Jahre alt und trat in den höheren Dienst der Steuerverwaltung des Landes Schleswig-Holstein ein. Sigmar Gabriel war Kreistagsabgeordneter des Kreises Goslar und junges Mitglied des Landtags in Niedersachsen. Mit diesen Informationen begrüßte Glindes SPD-Vorsitzender Okke Wismann die über 100 Gäste des gemeinsamen Neujahrsempfangs der SPD-Ortsvereine in Südstormarn und Wentorf, darunter die Bürgermeister Rainhard Zug aus Glinde und Björn Warmer aus Reinbek sowie zahlreiche Vertreter von Vereinen und Verbänden. Erstmals hatte diese Veranstaltung vor 25 Jahren - 1992 - stattgefunden. Weitere Rednerinnen und Redner waren der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat, die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer und Schleswig-Holsteins Sozial- und Wissenschaftsministerhin Kristin Alheit.  

 
Foto (v.l.): Tim Schirrmacher (stv. Vorsitzender SPD Glinde), Martin Habersaat, Dr. Nina Scheer, Okke Wismann
Fotograf: Gerd Prüfer

Nina Scheer warb dafür, der Demokratie gerade in schwierigen Zeiten mit Wertschätzung zu begegnen. Sie skizzierte den Weg der Bundes-SPD zu einer starken Programmatik bei der Bundestagswahl im September 2017 und wünsche allen Anwesenden „viel Optimismus, den wir uns nicht kaputt machen lassen dürfen!“ Zuvor hatte Martin Habersaat genau diesen Optimismus mit Blick auf die Landtagswahl am 7. Mai verbreitet. Die Landesregierung habe es geschafft, in Bildung zu investieren, das Land gerechter zu machen und gleichzeitig zu erreichen, dass die Schuldenuhr im Landeshaus erstmals in ihrer Geschichte rückwärts läuft. Er skizzierte einige Highlights im Terminkalender bis Mai, so werden Frank-Walter Steinmeier, Torsten Albig, Olaf Scholz, Ralf Stegner und Britta Ernst in seinen Wahlkreis kommen, teilweise mehrfach.

An diesem Abend war Sozialministerin Kristin Alheit zur Unterstützung nach Glinde gekommen. Sie wünschte - „als Gesundheitsministerin schon von Amts wegen“ - allen Anwesenden Wohlbefinden im neuen Jahr. Die 117 Tage bis zur Landtagswahl wolle sie dafür nutzen zu verdeutlichen, dass es am 7. Mai „um mehr als die Frage geht, wer die Regierung stellt. Es geht um eine Richtung für Schleswig-Holstein.“ Die SPD stehe für gerechte Bildung, Ausbau und Qualität der Kinderbetreuung und den Einstieg in die Gebührenfreiheit. „Es ist doch gerade im Hamburger Umland schwer zu erklären, warum die Hochschulen gebührenfrei sind, die Schulen sowieso, die Kitas in Hamburg auch, aber hier in der Gegend besonders teuer“, so die ehemalige Bürgermeisterin von Pinneberg. Die CDU hingegen wolle das Kita-Geld wieder abschaffen, sei gegen den Mindestlohn ohne wolle den Grundschulen die Schulassistenz wieder streichen.

Auch auf ihre eigene politische Biografie ging Kristin Alheit ein. Sie sei in die SPD eingetreten, um das „Leben der Menschen zu verbessern, auch und gerade das Leben derer, die selbst nicht so kämpfen können wie andere.“ Dafür bekam die Ministerin viel Applaus und auch viel Zuspruch bei den zahlreichen Gesprächen, die sie, wie auch Nina Scheer und Martin Habersaat, bis spät in den Abend an vielen Tischen mit viele Gästen führte.  

Martin Habersaat

Veröffentlicht von Martin Habersaat, MdL am: 19.06.2017, 14:53 Uhr (198 mal gelesen)
[Veranstaltungen]
Mit 50 interessierten Bürgerinnen und Bürgern besuchte der Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Tim Stoberock die Landeshauptstadt Kiel und das Landeshaus. Dort führte der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat die Gäste durch die Räumlichkeiten und erläuterte einige Besonderheiten des Gebäudes. Anschließend nahm man im Plenarsaal Platz, um über aktuelle Themen der Landespolitik und die Möglichkeite
 
Veröffentlicht von Martin Habersaat, MdL am: 13.06.2017, 20:49 Uhr (439 mal gelesen)
[Kultur]
Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2017

Am Ende des Monats endet die Bewerbungsfrist für Schulen, die in den kommenden drei Jahren Modellschule als „Kulturschule“ sein wollen. Darauf weist Martin Habersaat hin,

 
Veröffentlicht von Martin Habersaat, MdL am: 12.06.2017, 19:25 Uhr (468 mal gelesen)
[Kultur]
16.000 Denkmale im Land überprüft, Denkmallisten werden aktualisiert: 

Das Landesamt für Denkmalpflege hat das Projekt zur Revision und Schnellerfassung der Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein erfolgreich beendet.

 
Veröffentlicht von Martin Habersaat, MdL am: 12.06.2017, 17:46 Uhr (475 mal gelesen)
[Wirtschaft]
Etwa zweimal im Jahr treffen sich der Vorstand der Sparkasse Holstein und die Lantags- und Bundestagsabgeordneten aus den Kreisen Stormarn und Ostholstein zum Gedankenaustausch. Das jüngste Treffen fand im Herrenhaus Stockelsdorf statt und hatte Entwicklungen im internationalen und nationalen Bankensektor ebenso zum Inhalt wie die Lage der HSH Nordbank. Auch das gesellschaftliche Engagement der Sparkasse war Thema.

 
Veröffentlicht von Martin Habersaat, MdL am: 31.05.2017, 10:07 Uhr (794 mal gelesen)
[Landespolitik]
Fraktionsklausur in Hohwacht wählt acht Frauen und fünf Männer:

Im Rahmen einer zweitätigen Fraktionsklausur in Hohwacht wählte die SPD-Landtagsfraktion ihren geschäftsführenden Fraktionsvorstand. Außerdem wurden sieben Arbeitskreise gebildet und Vorsitzende für diese Arbeitskreise gewählt. Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek, wurde in seinen Ämtern als stellvertretender Vorsitzender der Fraktion und Vorsitzender des Arbeitskreises für Bildung, Wissenschaft Forschung und Kultur bestät
 

138447 Aufrufe seit November 2010