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EURO - ESM - ESF

Reinhold Nawratil, Dipl.-Volkswirt, Apmannsweg 24, 22846 Norderstedt


EURO - EFSF - ESM - ist unser Geld noch sicher?


In den vergangenen Tagen jagte eine Schreckensmeldung die andere. Man könnte meinen
unser Geld ist futsch und unsere Wirtschaft geht zu grunde.


Was ist tatsächlich passiert?
Die Medien haben das Schuldengebaren der Staaten der EURO-Zone entdeckt. US-Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit u.a. der Bundesrepublik Deutschland herabgestuft. Die Regierungschefs haben auf der Sitzung der EU-Commission und des EU-Ministerrates den Stabilitäts- und Wachstumspakt quantifiziert und zu einem umfassenden Instrumentarium ausgebaut. Dabei waren einige Parlamente, wie der Bundestag, nicht in der Beratung einbezogen worden. Aber alles der Reihe nach.

 

Warum schließen wir Verträge?
Die Mehrheit der Staaten der „Ersten Welt“ waren es nach dem ersten Weltkrieg leid, die
wirtschaftlichen Probleme mit Kriegen zu lösen. Es wurde eine Art Weltregierung in Genf
gegründet. Diese wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Vereinte Nationen (UNO) umbenannt. Die ersten Verträge war die Genfer Konvention. Die Politologie spricht von der Harmonisierungsphase.
Nachdem Zweiten Weltkrieg wollte Frankreich ein erneutes Debakel, wie bei der Besetzung
des Ruhrgebietes in den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts, vermeiden.
© 2012 Reinhold Nawratil                                                                                                                                                                                                                        Seite 1 von 4
Robert Schumann bereitete zusammen mit Konrad Adenauer die EGKS vor, auch bekannt als Montan-Union. Daraus entwickelte sich später die EU.
Die wesentlichen Stufen zur Europäischen Verfassung sind:
1951 Vertrag zur Montan-Union
1957 Verträge von Rom, u.a. Euratom und EWG
1979 Wahl des ersten Europäischen Parlamentes
1992 Beschluß zum europäischen Binnenmarkt, Einführung der Verrechnungseinheit „ECU“
1993 Verträge von Maastricht, Abgabe von nationalen Aufgaben an Brüssel. (Außenhandel,
Im- und Exportabwicklung, Grenzabgaben, Zoll). Die Europäische Union entsteht.
1997 Verträge zum Stabilitäts- und Wachstumspakt
2002 Einführung der gemeinsamen Währung „EURO“
2009 Verträge von Lissabon, Abtreten von weiteren nationalen Aufgaben an die EU-Commission.


Wie sehen es die anderen Staaten?
Die USA sehen sich als Wirtschaftsmacht Nummer eins. Mit dem ersten Gipfeltreffen der
G8 wird die Bindung an die Goldreserve aufgehoben. Die USA beginnen mehr Papiergeld
zu drucken als Goldreserven im eigenen Land vorhanden sind.
Die Wirtschaftsmacht mit Rang Zwei ist China.
Die Bundesrepublik Deutschland ist auf Rang Drei.
Diese Staaten stehen aber nicht alleine da. Sie gehören zu Wirtschaftsgemeinschaften.
China gehört zu den sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China).
Die Bundesrepublik Deutschland zur Europäischen Union.
Hinzu kommt noch die wirtschaftliche Verknüpfung Deutschlands mit den BRIC-Staaten.
Da die Pro-Kopf-Verschuldung der USA der Verschuldung Griechenlands annähernd
gleicht, glaubt die US-Wirtschaft sich in seiner Stellung bedroht. Denn eine hohe Verschuldung

© 2012 Reinhold Nawratil                                                                                                                                                                                                                        Seite 2  von 4


bremst den Binnenmarkt. Insbesondere die starke Privatverschuldung auf dem Immobilien und Finanzmarkt.


Was geschieht aber in Europa?
Im Gegensatz dazu stützt der Binnenmarkt in Europa, insbesondere in Deutschland, die
Konjunktur. Die Konjunktur verläuft in der Regel in Wellenform. Die Ausschläge in Deutschland verlaufen in einer sehr schmalen Bandbreite. Ebenfalls bewegt sich die Börse in Sprüngen von +/- 2%. Dass einige Werte im Verlauf der letzten Jahre nach unten bewegt haben, hat nichts mit der Konjunktur, sondern mit Spekulationen und Missmanagement zu tun. Einige Banken haben sich zudem an der Börse verspekuliert bzw. durch Aufkauf von Krediten und Finanztitel übernommen. Hier findet ein Verdrängungswettbewerb statt.
Die angestrebten Verträge sind der einzige noch gangbare Weg, insbesondere die
Gründung der ECOFIN. Sie müssen schnellstmöglich umgesetzt werden. Hinzu muss noch
die Einführung eines Europäischen Rechnungshof mit entsprechenden Kompetenzen
kommen.
Die Nichteinbeziehung der Bürger und Parlamentarier insbesondere in Deutschland erweist
sich hierbei als sehr hinderlich. Aber ein Zurück vor das Jahr 1997 ist nicht möglich.


Warum diese große Verwirrung?
Dadurch das mehrere Faktoren zusammenfallen sind, konnte die Diskussion angeheizt
werden. Die niedrigen Tarifabschlüsse der letzten Jahre und die steigende Preise der Grundversorgung lassen den Eindruck entstehen, dass die Wirtschaftsentwicklung bedrohlich abnimmt.

© 2012 Reinhold Nawratil                                                                                                                                                                                                                        Seite 3  von 4


Der Wert einer Währung hat nichts mit der Wirtschaftsentwicklung sondern mit der Marktmacht zu tun.
Deshalb steht der EURO im Verhältnis 1 zu 1,23 zum US-Dollar. (DM 4 zu 1)
Der Schweizer Franken (1 zu 1,2) wurde abgewertet und an die Entwicklung des EURO
gebunden, da er spekulativ überbewertet wurde und die Schweizer Wirtschaft Schwierigkeiten
am Weltmarkt bekam.
Das britische Pfund (1 zu 0,78) (DM 1 zu 0,12) wurde im Rahmen der EURO-Einführung
drastisch abgewertet.
Das Chinesische Yuan wird bewusst abgewertet (von 8,5 auf 6 zu 1) und an den Verlauf
des EURO angepasst. Trotzdem ist der Yuan stark nachgefragt. Das gilt auch für die
anderen ostasiatischen Währungen.
Deswegen sind Währungswechsel in andere Währungen keine Sicherheit.
Ein Wechsel in Edelmetall, wie Gold, zum jetzigen Zeitpunkt führt zu Verlusten, da die
Einstandspreise an der Börse massiv überhöht sind. Ein Verkauf von 1.000 Barren an der
Börse durch Nationalstaaten führt zwangsläufig zum Crash.

© 2012 Reinhold Nawratil                                                                                                                                                                                                                        Seite 4  von 4