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Lebhafte Veranstaltung zum Thema Maisanbau und Biogasanlagen

Veröffentlicht am 27.10.2011, 15:26 Uhr     Druckversion

Auf der mit über 100 Teilnehmenden gemeinsamen Veranstaltung des SPD-Kreisverbandes Schleswig-Flensburg und MdL Birte Pauls und MDL Lothar Hay wurden die Vor- und Nachteile von Biogasanlagen und Maisanbau und weiteren Monokulturen beleuchtet. Die Referenten betonten, dass keine Angriffe auf die Anlagen-Betreiber gerichtet werden.Die Zahl der Agrargasanlagen hat sich zunehmend zu einer Industriealisierung entwickelt. Im Kreis Schleswig-Flensburg haben sich diese Anlagen innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Gab es im Jahr 2009 noch 72 Agrargasanlagen, ist der jetzige Stand im Kreis Schleswig-Flensburg 140. Weitere Biogasanlagen befinden sich in Planung, bzw. sind beantragt worden. Zurzeit werden auf ca. 36% der Ackerfläche, ca. 35000 Hektar Maisanbau für Biogasanlagen betrieben. Wird der Futtermais dazu gerechnet, so erreicht der Maisanteil von ca. 60% der Anbauflächen.

In vielen Kommentaren ist von Vermaisung und Monokulturen unserer Landschaft die Rede. Aber nicht nur das. Ganze Landschaften haben sich geändert. Die Artenvielfalt ist zum Beispiel gefährdet. Von einer herkömmlichen bäuerlichen Landwirtschaft ist kaum noch etwas übrig. Zudem ist die Konkurrenz bei gepachtetem Land zu verzeichnen. Der enorme Flächenverbrauch hat Auswirkungen auf die Kulturlandschaft und auf den Tourismus.

MdL Birte Pauls stellte in ihrem Eingangsstatement fest: „Es kann einfach nicht angehen, dass gewachsene Gemeindestrukturen und traditionsreiches Gemeindeleben zerstört werden, sogar Drohungen ausgesprochen werden so wie wir es in der Gemeinde Tielen gerade erleben können, weil Einzelinteressen wichtiger sind als das Gemeinwohl. Ich möchte dafür werben, dass Gemeinden sich sehr rechtzeitig mit der Thematik auseinander setzen, eine transparente Gemeindeplanung vornehmen, die Bürgerinnen und Bürger sich auch auf das gesagte verlassen und sich wiederfinden können. Eine Planung, die ein Augenmaß auf gewachsene vorhandene Strukturen, auf Mensch und Natur hat.
Miteinander reden und nicht übereinander. Und dann müssen die entsprechenden Gesetze ganz schnell dahingehend geändert werden, dass diese starke Ballung von Biogasanlagen, wie wir sie gerade im nördlichen Landesteil erleben nicht länger möglich ist.“

MdL Lothar Hay regte an, das Wort Agroanlagen statt Biogasanlagen zu verwenden. Die Politik sei verantwortlich für die Rahmenbedingungen für die Genehmigung von Agroanlagen. Die Landwirte würden aufgrund geltender Gesetze handeln. Notwendig sei eine Änderung des Bundesbaugesetzes zum privilegierten Bauen. In Dänemark werden 10.000 Ha für den Maisanbau von Betreibern im Kreis Schleswig-Flensburg angebaut, die Ernte muss zu den Agraranlagen im Kreis transportiert werden. Lothar Hay wies weiterhin darauf hin, dass wenn der Mais geerntet worden ist, Pestizide wie Glyposaat auf die Felder gestreut werden. Der Bauernverband empfiehlt dringend, dass die Fruchtfolge eingehalten wird und dass für vorhandene Anlagen Verbesserungen erreicht werden müssen. „Kiebitze verschwinden, dafür finden Wildschweine hervorragende Bedingungen“, so Lothar Hay. Dauergrünland geht verloren, wenn kein Ersatzgrünland angelegt wird. Die Forderung der Politik muss auch dahin gehen, Kraft-Wärme-Koppelung zu nutzen. Es gibt kaum Einspeisungen von Wärme ins Gasnetz. Gemeinden können auch bei privilegierten Anlagen ihr Einverständnis verweigern, wenn keine geeigneten Straßen vorhanden sind.

Jürgen Augustin, Bürgermeister aus Nübel, berichtete über seine Erfahrungen in der Gemeinde, die einen städtebaulichen Vertrag mit einem Betreiber abgeschlossen hat. „Eine Gemeinde hat die Verpflichtung gegenüber den Bürgern. In den Gemeinden muss ein Dialog mit den Bürgern geführt werden, wobei eine gegenseitige Rücksichtnahme wichtig ist“.

In der anschließenden Diskussion nutzen viele die Gelegenheit, Fragen zu den Themen Umwelt- und Pflanzenschutz, Gesundheitsschäden aus Gärresten, Botulismus, Abnutzung von Gemeindestraßen und Nutzung anderer alternativen Energien ergänzen. Die anwesenden Landwirte stellten ihre Situation und Erfahrungen vor.
Vertreter der Bürgerinitiative Pro.Tielen schilderten ihren langen Weg des Protestes in der Gemeinde Tielen gegen eine privilegierte Agrargasanlage.

Im Anschluss der Veranstaltung haben die MDL Birte Pauls und Lothar Hay einen Termin mit der Bürgerinitiative Pro.Tielen für einen Besuch in Tielen vereinbart.


Homepage: SPD-Schleswig-Flensburg


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