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SPD Kreisverband Schleswig-Flensburg verurteilt Anschläge auf Flüchtlinge

Veröffentlicht am 16.03.2016, 18:53 Uhr     Druckversion

Der SPD-Kreisverband Schleswig-Flensburg verurteilt aufs Schärfste den feigen, menschenverachtenden Brandanschlag in der Nacht von Donnerstag auf Freitag dem 03.03.2016 in der Bahnhofstraße im Friedrichsberg in Schleswig, wo in einer Wohnung eine syrischen Familie untergebracht wurde. 

Die Täter kippten eine brennbare Flüssigkeit von außen gegen die Fensterscheibe im Erdgeschoss und zündeten diese an. Es ist alleine dem Zufall zu verdanken, dass die Flammen so frühzeitig entdeckt worden sind, sodass sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte.  Den Brand  löschte die syrische Familie eigenständig mit Decken.

Dieser Angriff demonstriert auf bedrückende Weise, dass es kaum noch einen Flecken in der Bundesrepublik gibt, der im Augenblick nicht von rassistischen Angriffen betroffen wäre. Am 11. März wurde eine Frau in einer Flüchtlingsunterkunft in Flensburg durch einen Reizgasanschlag verletzt und einige Wochen vorher wurden auch in Flensburg Flüchtlinge  Opfer von fremdenfeindlicher Gewalt. Die Täter waren dabei so skrupellos, eine chemisch-ätzende Flüssigkeit in das offene Duschfenster zu kippen, während sich Menschen aus Syrien dort wuschen. Erst wenige Wochen zuvor brannte in Folge eines Anschlages eine als Flüchtlingsunterkunft vorgesehene Wohnung in einem Flensburger Stadtteil aus. Die Absichten der Täter richten sich also immer gewissenloser und mörderischer gegen die Flüchtlinge, deshalb sollten sie nicht länger bloß als eine Art „Warnsignal“ von angeblich „besorgten Bürgern“ und so genannte „Asylkritikern“ verstanden werden – wie sich diese Menschenfeinde selbst gerne titulieren – sondern als direkte Hass-Verbrechen und Mordanschläge, die von absolut enthemmten und gewissenlosen Tätern begangen werden!

Auch in jüngster Vergangenheit wurde die betroffene syrische Familie, die erst seit November 2015 in Schleswig wohnt, Opfer von rassistisch motivierter Gewalt: Nach Recherchen von sh.z und NDR wurden bereits Feuerwerkskörper in die Wohnung geschmissen, und ‚Sieg-Heil‘-Rufe und andere Parolen vor dem Wohnhaus gebrüllt.

Als geistige Brandstifter von rassistischen Pogromen und Hass-Verbrechen sind bei weitem nicht mehr alleine die nationalsozialistischen Mordbrenner der NPD beteiligt, sondern auch die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) und die völkisch-rassistische PEGIDA-Bewegung. Insbesondere der Kreisverband Flensburg-Schleswig der AfD macht aus seiner dreisten rechtspopulistischen und kulturrassistschen Grundhaltung keinen Hehl. So teilen sie auf ihrer Facebook-Seite unverblümt Artikel der rechtsextremen Zeitung „Junge Freiheit“, beziehen sich positiv auf das verschwörungstheoretische, antisemitische Magazin „Compact“ und hetzen in bester NPD-Manier gegen Flüchtlinge und nichtchristliche Glaubensbekenntnisse. Es verwundert nicht und passt sehr gut zu dem nach Rechtsaußen verorteten Selbstverständnis dieser Rassisten in Nadelstreifen, dass der Kreisverband der AfD zum Brandanschlag noch kein einziges Wort verloren hat.

Der SPD-Kreisverband Schleswig-Flensburg setzt sich für eine lückenlose Aufklärung solcher menschenverachtenden Vorfälle ein. Der Kreis Schleswig-Flensburg wird aufgefordert, ein nachhaltig wirkendes Schutzkonzept für Flüchtlinge im Kreis Schleswig-Flensburg unter Einbeziehung der FlüchtlingshelferInnen zu entwickeln. Eine breit angelegte Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung im Kreisgebiet ist das Gebot der Stunde.

Rassismus und feige rassistische Überfälle sind kein Standpunkt, sondern die Vorstufe zum Pogrom!

Homepage: SPD-Schleswig-Flensburg


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