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Beschäftigte und Steuerzahler sollen für mehr Rendite bluten

Veröffentlicht am 23.06.2012, 00:34 Uhr     Druckversion

Zu den Vorgngen bei Helios, erklrt die pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls
Schleswig braucht ein neues Krankenhaus und wir sind froh, dass die Plne jetzt umgesetzt werden.
Aber dafr muss nicht alles demtig akzeptiert und hingenommen werden.Als pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion komme ich in viele Huser der Gesundheitsversorgung. berall wird der Personalmangel beklagt und Land auf Land wird kreativ mit attraktiven und familienfreundlichen Arbeitszeiten, Angeboten fr Gesundheitsfrderung, verstrkter Mitbestimmung, flachen Hierarchien, Weiterbildungsangeboten und guten Rahmenbedingungen versucht, Fachpersonal zu halten bzw. neues zu gewinnen. Nur bei Helios hat man die Zeichen der Zeit anscheinend nicht erkannt. Dort meint man, aus den Vollen schpfen zu knnen und das Fachpersonal nur demtig darauf wartet, bei Helios arbeiten zu drfen. Es geht nicht mehr um die Menschen, sondern um Geld. Die Ansage, 15 % Rendite erwirtschaften zu wollen, kann nur auf dem Rcken des Personals und damit auch auf dem Rcken der Patienten ausgetragen werden.

Reduzierung von Pflegequalitt wird dabei genauso in Kauf genommen wie die Tatsache, dass gute Mediziner und Pflegepersonal das Haus verlassen, weil sie ihren ethischen Ansprchen nicht mehr gerecht werden knnen. Dass vorhandene Vertrge nach bernahmen auf den Prfstand gestellt werden, ist gngige Praxis. Dass aber alle Vertrge vorsorglich gekndigt werden, ist nicht die beste Vorrausetzung fr ein gut funktionierendes Gesundheitsnetzwerk in unserer Region.
Kaum hat Helios die Damp-Kliniken bernommen, zeigt der Fresenius-Konzern, zu dem Helios gehrt, sein wahres Gesicht. In aller Deutlichkeit wird klar, welche Folgen es hat, wenn Gesundheitsversorgung Renditeziele erfllen muss: Der Tarifkonflikt hat sich zugespitzt, die Konzernleitung hat die u.a. Vertrge mit der Zentralen Service-Gesellschaft Damp gekndigt. Motto: Wenn ihr nicht klein bei gebt, schmeien wir euch raus. Das sind Methoden aus dem Frhkapitalismus.
Helios geht rigoros vor, um seine wirtschaftlichen Ziele zu erreichen: gezielt sollen Arbeitssuchende als Streikbrecher angeworben werben. lteren Mitarbeitern werden Sprinterprmien angeboten, damit sie freiwillig gehen. Doch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die noch nicht kurz vor dem Renteneintritt sind, werden dann Sozialtransferleistungen vom Staat gezahlt werden mssen; das gilt auch fr die Beschftigten in den Servicebereichen. Damit lsst sich der Konzern seine Rendite durch Subventionierung mit ffentlichen Geldern bezahlen. Das ist nicht hinnehmbar!
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Die Angst schrende Art und Weise mit der Helios whrend den Tarifverhandlungen mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern umgeht ist rckwrtsgewandt und dient auch nicht, ein gesundes und vertrauensvolles und vor allem motivierendes Arbeitsklima auf Augenhhe fr die Zukunft zu schaffen.
Was nutzen uns die schnsten neuen Rumlichkeiten, wenn kein motiviertes Personal mehr da ist, weil es weg geekelt wurde? Therapien mssen vorrangig von rzten und Pflegefachkrften bestimmt werden und nicht von Betriebswirten. Die Ansprche von Aktionren drfen nicht auf Kosten der Gesundheit der Bevlkerung und mit staatlicher Subventionierung erfllt werden!
Wir fhlen uns in unserer kritischen Haltung gegenber zunehmender privater Krankenhausversorgung ein weiteres Mal besttigt.
ffentliche und gemeinntzige Krankenhuser sind auf Aktiengewinne jedenfalls nicht angewiesen. Hier flieen die Erlse wieder zurck und dienen der Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
Die SPD-Landtagsfraktion ist solidarisch mit den Beschftigten von Helios. Wir untersttzen die Gewerkschaften in ihrem Kampf fr die Fortschreibung und Weiterentwicklung der bestehenden Tarifvertrge und fr gute Arbeitsbedingungen.

Homepage: Birte Pauls, MdL


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