Von Bildungsministeriumsschulen und Wirtschaftsministeriumsschulen

Veröffentlicht am 06.09.2017, 14:48 Uhr     Druckversion

Foto: Martin Habersaat, MdL

Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, über die Nicht-Zuständigkeit der Bildungsministerin für 93.600 Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein:

 

Etwa 93.600 Schülerinnen und Schüler besuchen die Berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein. Viele von ihnen werden dort allgemeinbildende Schulabschlüsse erlangen. In der Pressemitteilung der Bildungsministerin zum Schuljahresbeginn kommen diese Schülerinnen und Schüler über die bloße Nennung ihrer – rückläufigen – Zahl hinaus, aber nicht vor. Stattdessen gibt es am gleichen Tag eine weitere Pressemitteilung zweier Staatssekretäre, die den merkwürdigen Umgang dieser Landesregierung mit den Schülerinnen und Schüler an unseren Berufsbildenden Schulen verdeutlicht – fehlte eigentlich nur noch eine parallele Pressekonferenz zum Unterrichtsbeginn vom Wirtschaftsminister.

Eine „wesentliche Säule des Bildungssystems“ soll gestärkt werden, indem das Bildungsministerium die Zuständigkeit dafür abgibt - aber nicht richtig oder zumindest nicht sofort. Obwohl natürlich schon ab sofort der Wirtschaftsstaatssekretär irgendwie auch zuständig ist. Erster allgemeinbildender Schulabschluss, mittlerer Schulabschluss und Abitur sollen künftig sowohl in Bildungsministeriumsschulen (Gemeinschaftsschulen und Gymnasien) als auch in Wirtschaftsministeriumsschulen (Berufliche Schulen und Regionale Berufsbildungszentren) erworben werden können. An die Stelle der von der Vorgängerregierung angestrebten Vernetzung der Akteure der Beruflichen Bildung im SHIBB unter der Verantwortung des Bildungsministeriums tritt eine bundesweit einmalige Konstruktion: die Spaltung der Zuständigkeiten sogar für schulpflichtige Schülerinnen und Schüler, die diese seltsame Blüte der Jamaika-Koalitionsverhandlungen ausbaden müssen.

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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