SPD Ortsverein Bargfeld-Stegen

Bienen brauchen Hilfe

Veröffentlicht am 05.08.2013, 18:42 Uhr     Druckversion

Foto: Imkerei an der Lohe

Martin Habersaat besucht die Imkerei an der Lohe
Bienen sind für unser Ökosystem lebenswichtig, bringen der europäischen Landwirtschaft jährlich über 22 Mrd. Euro ein - und sind gefährdet. In den Fokus geraten sind in diesem Zusammenhang in den vergangenen Monaten vor allem auch die Neonicotinoide, systemisch wirkende, chemische Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft.

Deshalb hat die Europäische Kommission beschlossen, den Einsatz dieser Nervengifte zunächst für zwei Jahre zu verbieten um zu prüfen, ob das Bienensterben mit dem Verbot eingedämmt werden konnte.

Auch der Landtag von Schleswig-Holstein hat sich mit dem Thema befasst.  Grund genug für Martin Habersaat, sich bei der Imkerei an der Lohe über die Lage der Bienen zu informieren. Hier produziert Dr. Marcus Bradtke-Hellthaler Honigspezialitäten aus Reinbek, Wentorf und Umgebung. 

Bis Ende 2013 soll die Landesregierung gemeinsam mit den Imkern in Schleswig-Holstein eine Bestandaufnahme erarbeiten und darlegen, wie viele Bienenzüchter und Bienenvölker es in Schleswig-Holstein gibt, wie sich die Anzahl der Bienenvölker in den letzten zehn Jahren entwickelt hat und durch welche Faktoren der Bestand an Bienenvölkern in Schleswig-Holstein nachweislich positiv und negativ beeinflusst wird. Auch die Effekte von Pflanzenschutzmitteln auf Bienen sollen untersucht werden, berichtete Habersaat, der stellvertreterender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion ist. 

Bradtke-Hellthaler riet dem Abgeordneten, bei den spezifischen Bedingungen in Schleswig-Holstein auch auf die wichtige Rolle zu achten, die der Raps für die Honigproduktion im Land spielt. Wegen des umfangreichen Rapsanbaus im nördlichsten Bundesland gebe es einen richtigen Bienentourismus, professionelle Imker wandern mit ihren Völkern zur Rapsblüte her. Außerdem wünsche er sich anstelle des umfangreichen Maisanbaus die Verwendung neuer Blüh-Mischungen bei Energiepflanzen, die grüne Energie liefern, ohne ganze Landstriche zu veröden. Erste Landwirte seien bereits auf dem Weg. Habersaat: „Deutlich wurde mir in dem Gespräch auch, dass ein zweijähriges Verbot von Neonicotinoiden eigentlich nicht ausreichend ist. Diese Substanzen sind bewusst so aufgebaut, dass sie über Jahre im Boden wirken. Ein nur zweijähriges Moratorium erscheint vor diesem Hintergrund zu kurz, um belastbare Informationen sammeln zu können. Positive Effekte könnten sich möglicherweise erst nach einem längeren Verbot einstellen.“

Pflanzenschutzmittel sind ein zwar zentrales, jedoch nicht das einzige Problem für die Bienen: So gibt es inzwischen zwar wieder mehr Nachwuchsimker, doch halten diese oft weniger Völker als ihre Vorgänger, so dass nach wie vor viele Bestäuber fehlen. Zudem schädigt seit fast 40 Jahren die eingeschleppte Varroa-Milbe die Bienenvölker auch in Deutschland, was in Wechselwirkung mit den Pestiziden und einer immer mehr industrialisierten Landwirtschaft das Überleben der Bienen immer häufiger in Frage stellt. Diese in der Imkerpraxis sehr deutlich werdenden Wechselwirkungen gilt es, so Bradtke-Hellthaler, endlich systematischer als bislang zu untersuchen und bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln gezielt zu berücksichtigen. Nur so ließe sich feststellen, warum etwa Bienenvölker in den letzten Jahren bereits unter weit geringerer Milbenbelastung zusammenbrechen als in der Zeit vor der Einführung der aktuell diskutierten Pflanzenschutzmittel.

Aber nicht nur die Politik ist gefordert, die Bienen zu schützen, jeder kann etwas für die Bienen tun: Das geht etwa bei der Auswahl geeigneter Gartenpflanzen los und hört beim Aufstellen von Bienenkästen im eigenen Garten auf. Bradtke-Hellthaler: „Viele Imker suchen Standorte und freuen sich über ein ruhiges Plätzchen im Privatgarten oder auf dem Firmengelände. So kann man zudem auch als Laie Bienen beobachten, mehr Obst ernten und sich zudem über Honig vom Imker aus dem eigenen Garten freuen.“

 

http://imkerei-an-der-lohe.de/Imkerei_an_der_Lohe/

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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