SPD Ortsverein Bargfeld-Stegen

Ein Demenzplan für Schleswig-Holstein

Veröffentlicht am 05.10.2016, 19:24 Uhr     Druckversion

Foto: Kristin Alheit und Martin Habersaat

Sozialministerin Alheit: Zentraler Beitrag für Versorgung der Zukunft

Demenz wird in immer mehr Familien zum Thema. Nach Schätzungen sind über 50.000 Menschen -etwa zwei Prozent der Bevölkerung- betroffen. Dann sind guter Rat und Hilfe gefragt. „Wir werden immer älter, und das ist auch gut so“, sagt Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Allerdings müsse die Gesellschaft mit ihren Unterstützungsmöglichkeiten sich auf diesen Umstand einstelle

 

Um das zu gewährleisten, hat der Landtag die Landesregierung mit der Erstellung eines Demenzplans für Schleswig-Holstein beauftragt. Den Entwurf legte Sozialministerin Kristin Alheit jetzt vor.

„Wir wollen die Lebensqualität von Menschen mit einer Demenz und ihren Angehörigen verbessern und die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren“, sagte Sozialministerin Kristin  Alheit bei der Vorstellung des Demenzplans. Dieser solle auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Unterstützungsformen liefern.  „Nicht nur Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste müssen sich auf die Pflege und Betreuung von mehr demenzkranken Menschen und ihren Angehörigen einstellen. Genauso müssen zukünftig auch Supermärkte, Banken, Feuerwehr, Polizei und die Nachbarn angemessen mit Menschen mit einer Demenz umgehen können.“

Der Demenzplan soll die Grundlage dafür bilden, in gemeinsamer Verantwortung Angebote und Strukturen zu entwickeln. Dabei geht es um Netzwerke und Lösungen „vor Ort“, die immer auch den Blickwinkel der Betroffenen einbeziehen. Daraus leiten sich folgende Schwerpunkte ab:

 

  • Frühere Beratung. Eine frühzeitige und umfassende Beratung für Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen kann Versorgungsmängel und Überforderungen reduzieren sowie rechtzeitig auf Entlastungs- und Betreuungsmöglichkeiten hinweisen

 

  • Bessere Information. Mehr Menschen sollen von vorhandenen Hilfsangeboten wissen und sie auch nutzen. Dabei geht es auch um technische Hilfen, um lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können.

 

  • Intensivere Zusammenarbeit. Gerade im ländlichen Raum müssen Angebote besser aufeinander abgestimmt werden (zum Beispiel Nahverkehr, Einkauf, Betreuungs- und Entlastungsangebote, pflegerische und ärztliche Versorgung).  

 

  • Mehr Fortbildung. Fortbildungsangebote und Bildungsangebote zu unterschiedlichen Aspekten der Demenz und des Umgangs mit Menschen mit einer Demenz werden ausgebaut.

 

Zur Umsetzung des Plans wird im November 2016 ein zweiter Runder Tisch „Demenzplan für Schleswig Holstein“ einberufen, der Prioritäten formulieren soll.  Danach werden die Empfehlungen im Dezember 2016 einer breiten Fachöffentlichkeit im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt. Die Landesregierung wird das Kompetenzzentrum Demenz für weitere fünf Jahre bis zunächst 2020 zusammen mit dem Spitzenverband der Pflegekassen fördern. Es leistet in diesem Arbeitsfeld bereits seit Jahren einen wichtigen Beitrag und ist ein wichtiger Akteur bei der Umsetzung des Demenzplans.

 

Der schleswig-holsteinische Demenzplan zeichnet sich insbesondere durch den partizipativen Ansatz aus. Die umfangreiche Beteiligung trug dazu bei, viele Perspektiven zu erfassen und sie im Demenzplan aufzunehmen. Um den besonderen Belangen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen Rechnung zu tragen, war mindestens ein Mitglied einer regionalen Alzheimer Gesellschaft als Vertreter der Selbsthilfe aktiv an der Erarbeitung des Demenzplans in jeder Arbeitsgruppe vertreten. Daneben wurde durch die Fachhochschule Kiel im Rahmen einer Fokusgruppenanalyse die Perspektive von Menschen mit beginnender Demenz und deren Angehörigen erhoben.

 

Foto: Kristin Alheit und Martin Habersaat am Rande einer Sitzung der SPD-Landtagsfraktion in Kiel

 

Link:

http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4500/drucksache-18-4587.pdf

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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