Podiumsdiskussion der SPD zum Klimaschutz

Veröffentlicht am 16.07.2019, 12:23 Uhr     Druckversion

Wentorf

„Fridays for Future“: Hitzige Debatte in Wentorf

 

Schwänzen für den Klimaschutz? Zu dieser Frage haben die JuSos der SPD Wentorf kurz vor Beginn der Sommerferien eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Ein schlechter Zeitpunkt für eine Debatte über die Folgend des Klimawandels, noch dazu bei bestem Sommerwetter? Weit gefehlt!

Wie kontrovers das Thema auch in Wentorf diskutiert wird, zeigte sich nämlich schon Tage vor der Veranstaltung: „Das was die Politik nicht gebacken bekommt, dafür sollen die Kinder herhalten“, schrieb ein Leser unter dem Veranstaltungshinweis in einer Wentorfer Facebook-Gruppe. „Wir haben hier in Deutschland noch immer eine Schulpflicht. Oder ist eine diesbezügliche Gesetzesänderung an mir vorbei gegangen?“, fragte eine weitere Nutzerin. Deutlich konstruktiver ging es während der Podiumsdiskussion zu, die immerhin 15 Teilnehmer in die Alte Schule lockte. Hier stand die Frage im Vordergrund, wie sich Klimaschutz eigentlich hier in Wentorf umsetzen lässt und wie die Forderungen der „Fridays for Future“-Bewegung auch Handeln auf lokaler Ebene bewirken können. Im Podium diskutierten darüber Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Hans Heinrich Stamer, Vorstandsmitglied des BUND Kreis Herzogtum Lauenburg, und Eduard Verkohvskyy, Schülersprecher am Gymnasium Wentorf. 

 „Auch über unbequeme Entscheidungen sprechen“

SPD-Politiker Habersaat betonte, dass durch die Bewegung endlich die Aufmerksamkeit erzeugt wird, die das Thema benötigt. „Die Aktion Fridays for future hilft, die öffentliche Stimmung in Richtung notwendiger politischer Beschlüsse zu bewegen. Das ist erforderlich, weil wir im Kampf gegen den Klimawandel auch über unbequeme Entscheidungen und Verzicht sprechen werden müssen“, so Habersaat. BUND-Vertreter Hans Heinrich Stamer erläuterte, dass nun die Probleme vor Ort in den Vordergrund rücken, wie etwa das Insektensterben oder aber auch die zunehmende Mineralisierung der Moore im Herzogtum Lauenburg. Dass Kinder ihr Recht auf Bildung opfern, um Politikern die Dringlichkeit dieser Probleme vor Augen zu führen, fand im Podium allgemeine Zustimmung: „Den Druck wird es weiterhin brauchen. Es wäre nicht glaubwürdig, wenn die Politik jetzt sagen würde: Wir haben verstanden, ihr könnt aufhören! Zumal ja noch gar nicht alle es verstanden zu haben scheinen“, erklärte Habersaat. 

Verunsicherung in Wentorfer Lehrerzimmern

Volle Unterstützung also für die Klimaaktivisten? Dass dies nicht so einfach ist, erläuterte eindrucksvoll eine Lehrerin, die zur Veranstaltung gekommen war. Sie berichtete darüber, dass die Schule regelmäßig Mitteilungen aus dem Bildungsministerium in Kiel erhalte, in denen sie aufgefordert werde, das Schulschwänzen zu ahnden – auch wenn die Bildungsministerin des Landes die Wichtigkeit der Thematik anerkennt. „Dadurch kommt es zu großen Verunsicherungen innerhalb des Kollegiums“, berichtete die Lehrerin. Viele würden dieses Engagement fördern, befürchteten andererseits aber auch Konsequenzen aus Kiel. Im Verlauf der Veranstaltung, die vom JuSo-Vorsitzenden Oliver Jäger moderiert wurde, diskutierten die Teilnehmer auch sehr offen über die aktuelle Performance der Politik in Berlin. Dabei wurde auch der Umgang der Parteien mit digitalen Medien und Jugendlichen angesprochen, wie etwa die Reaktionen auf das Video des YouTubers Rezo, der in einem vielbeachteten 50-Minuten-Film eine Reihe von Verfehlungen der regierenden Politiker offengelegt hatte. 

Auch gerade weil am Ende weit mehr als über die Themen Schule und Klimaschutz diskutiert wurde, zog Oliver Jäger ein sehr positives Fazit aus der spontanen Podiumsdiskussion: „Allen war offensichtlich bewusst, wie akut der Klimawandel ist“, resümierte Jäger.

 

Links:

Das Rezo-Video: https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ

Die Reaktion der SPD auf das Video: https://www.youtube.com/watch?v=HxtUEy0aY_U

Das Klimaschutzkonzept der SPD: https://www.martinhabersaat.de/2019/07/11/das-klimaschutzkonzept-der-spd/

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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