Chronik der SPD Glinde

Ein „Muß“ nicht nur für die Bibliothek eines Glinder Sozis:
„65 Jahre SPD Glinde“ von Norbert Schicketanz


Zum 65. Gründungsjubiläum der örtlichen Sozialdemokratischen Partei im Jahre 2010 erschien die Chronik der SPD Glinde als stark erweiterte 2. Auflage (332 Seiten). Schon in der Erstauflage seines immerhin auch schon 190 Seiten starken Buches aus dem Jahre 2006 hat der Autor – seit 1969 in Glinde wohnhaft und dort seit über 40 Jahren selbst aktives Mitglied seiner Partei – klar umrissen, was er mit seiner „stark bebilderten und parteiischen Chronik“ vorrangig bezweckt: An all jene Sozialdemokraten zu erinnern, die seit der Gründung des Glinder Ortsvereins kurz nach Kriegsende mit Herz und Leidenschaft am Auf- und Umbau des ehemaligen Dorfes zur Stadt mitgewirkt haben und noch heute daran mitwirken, das Geschaffene fortzuentwickeln. Dabei wollte er natürlich auch jene nicht ganz „außen vor“ lassen, mit denen sich ein Glinder Sozi von Rechts bis ganz Links seit Anfang an auseinander zu setzen hatte. So daß es nicht verwundert, daß wir in der Zweitauflage neben 263 (!) örtlichen SPD-Namen (von Karl Ahrens, dem engagierten Lehrer, der 1930 den TSV gründete, bis Paul Wurster) im sorgfältigen Register auch auf 74 weitere lokale Namen stoßen (von Manuela Adami, einer früheren „Markt“-Redakteurin bis Rainhard Zug, dem heutigen Bürgermeister), auf deren Erwähnung der Autor aus den verschiedensten Gründen nicht verzichten wollte.


Daß in seiner Arbeit die allseits bekannten lokalen Parteigrößen ebenfalls zu ihrem Recht kommen, sei erwähnt. Niemand, der sie sucht, wird die Namen beispielsweise von Wolfgang Bachofer, Arthur Christiansen, Karlheinz Friederici oder Gerda Maßmann vergeblich suchen. Aber er wird auch auf viele andere Personennamen stoßen, nach denen nie eine Straße oder ein Park benannt werden dürfte, von früheren und heutigen Mitbürgern, die ihre Arbeit oft ganz selbstverständlich und unspektakulär in der zweiten oder gar dritten Reihe erledigt haben oder noch erledigen. Diesen zu danken, ist das ausdrückliche Anliegen des Autors.


Daß der Leser darüber hinaus an vielen Stellen auf Namen ohne örtlichen Bezug stößt – ingesamt 209 (!), vom ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer bis Hans Zippert, den aktuellen Welt- und Hör Zu-„TV-Zapper“ – mag irritieren. Besonders weil der Autor ausdrücklich betont, daß er mit seiner Chronik allenfalls „ein kleines Stück Heimatgeschichte“ mit verfaßt hat, mehr nicht. Aber tatsächlich ist es doch mehr geworden. Wer ab Seite 238 blättert, stößt auf eine knapp 20 Seiten lange gedrängte Zeitgeschichte von 1880 bis 2010. Und erfährt so, daß das Glinder Gutshaus exakt in jener Zeit entstand, als Bismarck einerseits die Sozialdemokratie verbot, diese Maßnahme aber klug durch die soziale Gesetzgebung abfederte. So begleitet Norbert Schicketanz die Glinder Geschichte über insgesamt 130 Jahre. Sie endet vorerst im Mai 2010 mit der Einweihung des neuen Marktplatzes zu dem Zeitpunkt, als der Vorvorgänger des aktuellen Präsidenten Gauck – Köhler – durch Christian Wulff abgelöst wird.


Inhalt und Gliederung


Untergliedert in 30 Kapitel, werden nach einem kurzen Abriß über die Geschichte der Kommune und ihrer Entwicklung vom kleinen Flecken mit kaum mehr als 200 Einwohnern um 1880 bis zu ihrem Wachstum durch das Heereszeugamt kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges („Die Jahre vor 1945“) Spuren - besser: mögliche Wurzeln - des SPD-Ortsvereins gesucht („Der Anfang nach 1945“ und „Die Gründung der Glinder SPD nach dem 2. Weltkrieg“). Interessante Originaldokumente im Text und in einem reichhaltigen Anhang geben ein Bild von der mühsamen Aufbauarbeit der Gründergeneration.

Der weitere Inhalt im Überblick durch Wiedergabe der Kapitelüberschriften:


Die Nachkriegsbürgermeister - Die Ära Rübner - Die Kassierer - Die Schriftführer - Die OrgaLeiter - Der Ortsverein, seine Führungsmannschaften und seine Geschichte(n) bis heute - Frauen in der Glinder SPD - Das Herz der Partei, unsere Helfer im Hintergrund - „Bekennende“ und bekannte SPD-Mitglieder unserer Kommune in „öffentlichen“ Ämtern und Positionen - Deutsch-französische Verschwisterung, auch für viele Glinder Genossen - Wahlkämpfe und unsere kleinen und großen Wahlhelfer - Und für wen das alles? - Politprominenz in Glinde - Die SPD und die Jugend (Die Falken in Glinde, Das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt in Glinde, Die Jusos, Und heute?) - Die „Glinder Nachrichten“ - „Rotes Mühlrad“ - Unsere Gemeinde- bzw. späteren Stadtvertreter: Programme und Kandidaten...und einige „Geschichten drumrum“ - Mitgliederversammlungen, zentrale Ereignisse sowie soziales Leben und Geselligkeit - Die SPD und die AWO - Diskussionstreff 60 plus - Die SPD und „die Gewerkschaft“ - Kirchenleben und die Glinder Sozialdemokratie - Gute und schlechte Manieren – Siege und Niederlagen

Die Menge an Material, die in dieser Chronik verarbeitet ist, erstaunt. Daß der Autor selten unbeteiligt erzählt, versteht der, der ihn kennt. Deshalb wird diese Leser auch nicht überraschen, wenn er seiner heutigen Partei in einem ausführlichen „Ausblick“ durchaus die Leviten liest. Als jemand, der auch nach dessen Austritt aus der Partei und späterer Übernahme einer Führungsrolle bei den Linken lange Anhänger des „Verräters“ Oskar Lafontaine geblieben ist, ihm aber nicht folgte, versucht der Autor seinem Leser zu vermitteln, wie die SPD über aktuelle kurzfristige Scheinerfolge hinaus wieder zurück zur „reinen Lehre“ finden könnte.


Ein lesenswertes Stück Glinder Heimat- und SPD-Geschichte!


Restexemplare zum Preis von 25 Euro sind beim Autor erhältlich.
Anschrift (Büro):
Norbert H. Schicketanz
Markt 1, 21509 Glinde
Mail: info@schicketanz-immobilien.de
Tel.: 040-710 97 804

Morgen 18.10.17

SPD-Reinbek
19:00 Uhr, Mitgliederversammlung der SPD Reinbek: ...

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