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Nachhaltigkeit statt Wachstumsmodell

„Die Grenzen des traditionellen Wachstumsmodells sind in unserem Wirtschaftssystem spätestens seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts überschritten. Die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen wie Atmosphäre, Boden, Wasser, biologische Vielfalt und Rohstoffe lässt sich nicht mehr fortsetzen. Deshalb müssen durch einen Umbau aller Volkswirtschaften die nicht zukunftsfähigen Produkte, Verfahren und Strukturen durch nachhaltige ersetzt werden.“  (Aus einem Beschluss des SPD-Landesparteitags von 2011 in Husum).

Die Notwendigkeit einer nachhaltigen Energie-, Natur- und Umweltpolitik auch für Schleswig-Holstein ist angesichts der heute schon sichtbaren Veränderungen der natürlichen Systeme (Treibhausgase die zum Aufheizen der Atmosphäre führen und einen Klimawandel bewirken, der in einigen Regionen der Welt schon heute die Existenzgrundlagen bedroht, zu Verlust der Artenvielfalt und zum Verlust und zur erheblichen Belastungen von wichtigen Ökosystemen führt; Beeinträchtigungen durch Schad- und Nährstoffe von Boden, Wasser und Luft, die die Leistungen der Ökosysteme erheblich beeinträchtigen und zu dauerhaften Schäden führen; erhebliche Eingriffe in den Naturhaushalt zur Energie – und Rohstoffgewinnung) unbestritten. Der Erhalt der Vielfalt der Arten, der Leistung der Ökosysteme und  die deutliche Reduzierung der Inanspruchnahme von Landschaft, von Stoffen und von Energie bedeutet für Schleswig-Holstein eine große gesellschaftliche Herausforderung, andererseits aber auch eine Chance, Innovationen zu entwickeln, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen und Einkommen zu erzielen. Damit leisten  wir 20 Jahre nach der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und nehmen unsere globale und regionale Verantwortung wahr. Auf diese Weise erfüllen wir den Anspruch der nachfolgenden Generationen auf eine lebenswerte Zukunft und ein Leben im Einklang mit der Natur.

„Nachhaltige Entwicklung  hat die Bedürfnisse der heutigen Generation, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren eigenen Lebensstil zu wählen, zu berücksichtigen.“ Diesem politischen Leitbild der Konferenz für Umwelt und Entwicklung von Rio im Jahr 1992 fühlen wir uns in allen Politikbereichen verpflichtet.

Für den Energiebereich resultieren daraus eine Abkehr in der Nutzung der endlichen fossilen Energieträger und ein Festhalten am beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie. Die SPD Schleswig-Holstein hat schon in den 70er Jahren für den Ausstieg aus der Atom-energie geworben und Wege aufgezeigt, wie die Energieversorgung ohne Atomkraft durch Energieeinsparung, verbesserte Effizienz und Erneuerbare Energien sichergestellt werden kann. Die SPD hat als Regierungspartei seit 1988 und bis 2009 gegen den Widerstand der CDU das Land zum Spitzenreiter in der Nutzung der Windenergie gemacht sowie den Ausbau von Photovoltaik, Solarthermie und Blockheizkraftwerken gefördert. Biomassenutzung war für uns primär immer die Nutzung von Holz in Hackschnitzelkraftwerken und die Nutzung von Reststoffen. Den ungebremsten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, wie Mais nur zur Gewinnung von Elektrizität, haben wir nicht unterstützt. Dieser Weg muss konsequent weiter beschritten werden.

Schwarz-Gelb ist heute energiepolitisch auf allen Feldern gescheitert und vollzieht eine Totalrevision dessen, wofür CDU/CSU und FDP noch 2009 selbst in den Wahlkampf gezogen sind: Nicht nur das lange Zeit gelebte Festhalten an der Atomkraft, auch die blinde Polemik gegen die von Rot-Grün eingeführten Anreize zum Ausbau der Erneuerbaren Energien sind eine energiepolitische Bankrotterklärung.

Die SPD hat durch eine konsequente Politik im Bund, den Ländern und in den Kommunen vorbildliche Natur- und Umweltstandards geschaffen. Schleswig-Holstein hat unter Führung der SPD eine Vorreiterrolle in vielen Bereichen des Natur- und Umweltschutzes übernommen. Davon profitieren die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft unseres Landes. Der Erhalt der natürlichen Grundlagen des Lebens ist seit 1993 Auftrag in unserer Verfassung. Nach diesem Auftrag schützen wir die Natur nicht nur als unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlage, sondern auch aufgrund ihres eigenen Wertes. Wasser, Luft und Boden, die Vielfalt der Arten und der Ökosysteme, die auch uns täglich kostenlos ihre Dienstleistungen anbieten, müssen vorbeugend geschützt werden. Durch Kooperation mit dem Wirtschaftsbetrieb Natur entstehen in unserem Wirtschaftssystem nachhaltige Strukturen, die dauerhaft Arbeitsplätze schaffen, und Reparaturkosten vermeiden werden. Die Natur ist dabei Ideengeber und Motor für Bildung und Innovation.

Die von der SPD geschaffenen, vorbildlichen  Standards müssen erhalten und weiterentwickelt werden.  Der Anspruch einer nachhaltigen Politik für Natur und Umwelt im Interesse der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land  muss mit großem Engagement aller gesellschaftlicher Gruppierungen gegen eine einseitige Politik, die nur auf  Einzelinteressen  ausgerichtet ist, entwickelt  werden.

Wir treten daher vor allem auch auf kommunaler Ebene für eine ganzheitliche Politik ein, die kommunale Gestaltungspotenziale nutzt und den Natur- und Umweltschutz als wichtigen Standortfaktor verankert. Dabei muss Natur- und Umweltschutzpolitik verstärkt auf eine Qualitätssicherung ausgerichtet sein. Schutz des Klimas und der Erhalt der natürlichen Vielfalt sind für den  Gesundheits- und Tourismusstandort Schleswig-Holstein wirtschaftliche Rahmenbedingung Nr.1. Unsere international anerkannte Kompetenz im marinen Bereich als Land zwischen Meeren, zielt auf den Erhalt der Funktion der Meere. Diese ganzheitliche Politik für die ländlichen Räume und unsere Städte setzt klar und erkennbar auf die wirtschaftlichen und sozialen Effekte des Natur- und Umweltschutzes für Tourismus, Gesundheits- und Ernährungswirtschaft, erneuerbare Energien und nachhaltige Regionalentwicklung, generell auf den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Damit erhalten wir auch in einem vereinten Europa ein Stück unserer unverwechselbaren Landeskultur und des Lebens in unseren Städten und Gemeinden.

Deshalb wollen wir die folgenden Ziele und Handlungsvorschläge in neuer Regierungsverantwortung mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren, ihre Anregungen aufnehmen und erst dann entscheiden, was und wie für die Zukunft unseres Landes  als erstes umgesetzt werden muss.

 
Naturschutzverbände
BUND Schleswig Holstein
NABU Schleswig Holstein

.ausgestrahlt|gemeinsam gegen Atomenergie

zur Website von Greenpeace Deutschland e.V.

Naturfreunde Schleswig Holstein.

Club of Rome Deutschland