Dr. Wolfgang Wodarg, MdB

Heute 19.04.14

SPD Steinfeld-Ulsnis
10:00 Uhr, Info-Stand zur Europawahl mit Osterhasen-Verteilun...

Praktikum bei der Bahnhofsmission: "Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass ...

Veröffentlicht am 22.07.2009, 13:37 Uhr     Druckversion

...sie dich behüten auf allen deinen Wegen." (Psalm 91,11) Dieser Bibelspruch beschreibt mit wenigen Worten, was hinter der Arbeit der Bahnhofsmission steckt. Seit über 110 Jahren helfen Bahnhofsmissionen als Einrichtungen der katholischen und evangelischen Kirche den Menschen unterwegs. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg absolvierte bei der Bahnhofsmission Flensburg ein lehrreiches Kurzpraktikum. Hier der Bericht:
Gerade am sozialen Knotenpunkt Bahnhof bündeln sich ganz unterschiedliche Herausforderungen. Diesen begegnet die Bahnhofsmission mit verschiedenen Leistungen: sie ist ansprechbar für kleine und große Anliegen, leistet Ein-, Aus- und Umsteigehilfe, sie bietet Ruhe- und Aufenthaltsräume, hilft in Notlagen und besonderen Schwierigkeiten und sie vermittelt Beratungs- und Fachstellen sowie andere soziale Einrichtungen vor Ort.

Wie und unter welchen Bedingungen diese Arbeit in Flensburg geleistet wird, wollte der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg gern erfahren und half einen Tag tatkräftig mit. In Flensburg steht das kleine Servicegebäude der Bahnhofsmission auf dem Bahnsteig 1|2. Dieses Gebäude wird von der Bahn zur Verfügung gestellt, die auch die Nebenkosten trägt. Über ein Diensttelefon der Bahn kann mit den anderen Stützpunkten der Bahnhofsmission kommuniziert werden, so dass auf diesem Wege auch Hilfeleistungen für Reisende koordiniert werden können.

Es war ein ganz normaler Tag, den Wodarg auf dem Flensburger Bahnhof erlebte. So half er Reisenden mit schwerem Gepäck beim Ein- und Aussteigen und trug den einen oder anderen Koffer die Treppe zur Unterführung hinunter, weil das Transportband, das für diese Aufgabe zur Verfügung stehen sollte, wegen Unfallgefahr nicht mehr benutzt werden darf.

Als ein kleines Abenteuer erwies sich die Umsteigehilfe für einen Rollstuhlfahrer, der auf dem Bahnsteig 4|5 aus Sörup ankam und gern vom Bahnsteig 1|2 weiterfahren wollte. Da auf dem Bahnsteig 4|5 der Fahrstuhl schon seit ewigen Zeiten defekt ist, musste der gehbehinderte Mann mitsamt Rollstuhl von den Mitarbeiterinnen der Bahnhofsmission und des Servicedienstes der Bahn die Treppen zur Unterführung hinunterbugsiert werden. Anschließend wurde er in seinem Rollstuhl durch die Bahnhofshalle und eine Nebentür in die "Katakomben" des Flensburger Bahnhofs rangiert. Staub, Schmutz, Gerüstteile, die die Decke stützen, abplatzender Putz und bescheidene Lichtverhältnisse kennzeichnen diesen Weg. Mit dem altersschwachen, aber zum Glück noch funktionstüchtigen Aufzug konnte dann schließlich der Bahnsteig 1|2 erreicht werden.

"Es soll ja mit der seit langem angekündigten Sanierung des Bahnhofs nun bald losgehen. Wenn diese abgeschlossen ist, wird der Flensburger Bahnhof nicht nur für die Reisenden schöner und bequemer, auch uns wird die Arbeit dann sehr erleichtert," hofft Lisa Ristow, die mit ihrem kleinen Team die Arbeit auf dem Bahnhof leistet. "Dieser beklagenswerte Zustand und die zum Teil unwürdigen Bedingungen müssen schnell ein Ende finden", bekräftigt Wodarg, der in Sachen Bahnhofssanierung schon mehrfach bei der Deutschen Bahn und im Verkehrsministerium vorstellig geworden ist.

Zwischen den "Einsätzen" blieb immer ein wenig Zeit für Gespräche, in denen Wodarg viel über die Arbeit der Bahnhofsmission erfuhr. Früher erhielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch eine kleine Aufwandsentschädigung, aber seit die Kirche auch finanziell nicht mehr so gut dasteht, wurde das eingespart. "Wir arbeiten hier alle ausschließlich ehrenamtlich", sagt Frau Ristow, die sehr froh wäre, wenn sich weitere Aktive zur Verstärkung ihrer kleinen Mannschaft bereitfinden würden.

"Hier wird großartige ehrenamtliche Arbeit geleistet", fasst der Bundestagsabgeordnete seine Erlebnisse bei der Bahnhofsmission zusammen. "Unsere Gesellschaft wäre um vieles ärmer, wenn es solche Menschen wie sie und ihre Kolleginnen und Kollegen nicht gäbe", so Dr. Wolfgang Wodarg zum Abschied von Frau Ristow und ihrem Team von der Flensburger Bahnhofsmission.

Mehr Bilder HIER

WWW.WODARG.DE


 
www.wodarg.de
Links

Kampagne für Mindestlöhne