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AfB Stormarn: Kein Kind ist ungenügend –Welche Zeugnisse Kindern wirklich helfen

Veröffentlicht am 11.10.2015, 22:33 Uhr     Druckversion

AfB Stormarn lud in die Selma-Lagerlöf-Schule ein.

Erfolgreiche Diskussions- und Informationsveranstaltung zu den Vorteilen von Kompetenzzeugnissen.

Am Donnerstag folgten interessierte Eltern, Lehrkräfte und Schüler einer Einladung der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD-Stormarn in die Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftschule in Ahrensburg, um sich über den aktuellen Stand, die Vorteile und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten von Kompetenzrasterzeugnissen zu informieren.

Aktuell haben Grund- und Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein praktisch die Wahlfreiheit ab Klasse 3 bis Klasse 7 Notenzeugnisse durch differenziertere Kompetenzrasterzeugnisse zu ersetzen.

Während der vom AfB-Kreisvorsitzenden Johannes Kahlke geleiteten Veranstaltung erinnerte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Martin Habersaat an den im Jahr 2012 begonnen Prozess, der auch auf der Grundlage eines breit geführten Bildungsdialogs zu einer Veränderung des Schulgesetzes und u.a. zum Wegfall der Schulartempfehlung führte. Damit bot sich die Möglichkeit, durch Kompetenzrasterzeugnisse die Leistungen der Schülerinnen und Schüler differenzierter dokumentieren zu können. Notenzeugnisse mussten nicht mehr Grundlage des Schulwechsels nach Klasse 4 sein.

Corinna Opitz (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Stormarn) zeigte beispielhaft auf, welche Vorteile sich für ein Kind ergeben, wenn in einen Fach nicht durch eine einzelne Ziffernnote der Leistungsstand belegt werden würde. Vielmehr biete die differenzierte Leistungsbeurteilung die Möglichkeit die unterschiedlichen Kompetenzbereiche z.B. im Fach Deutsch passgenauer zu bewerten. Ein in der Rechtschreibung unsicheres Kind könnte trotzdem im Bereich des Sprechens sehr sicher sein. Eine einzelne Note würde dies verdecken und damit dem Kind ein bedeutenden Erfolg vorenthalten.

Angelika Knies, Schulleiterin der Anne-Frank-Schule in Bargteheide, stellte die Entwicklungen von anfänglichen Berichtszeugnissen über Kompetenzrasterzeugnisse hin zu einem aktuellen Schulversuch an der eigenen Schule dar, der sich mit der Leistungsdokumentation mithilfe von Portfolios beschäftige. Hierdurch würde ein individuelles Bewertungsschema für jedes einzelne Kind möglich sein.

Während der regen Diskussion wurden Anregungen zur Weiterentwicklung der von der Christian-Albrechts-Universität Kiel entwickelten Musterzeugnisse gegeben und die Erfahrungen von Schülern, Eltern und Lehrkräften mit der differenzierten Leistungsbewertung deutlich. Hinsichtlich des Wegfalls der Schulartempfehlung machte Knies deutlich, dass in der Vergangenheit bei weniger als 40% der Kinder die seinerzeit verpflichtete Empfehlung dem späteren Schulweg des Kindes entsprach. So hätten rund 10% der Abiturienten eine Hauptschulempfehlung gehabt. Habersaat machte deutlich, dass Lehrkräfte am Ende der Grundschulzeit während des verbindlichen Elterngesprächs vor dem Wechsel an die weiterführende Schule weiterhin Eltern bei der Schulartwahl unverbindlich beraten dürften.

Johannes Kahlke

Kreisvorsitzender AfB in der SPD-Stormarn

Homepage: AfB Stormarn


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