Soziale Teilhabe von Flüchtlingen Hilfe gegen Traumatisierung

Veröffentlicht am 27.01.2016, 09:58 Uhr     Druckversion

Gastvortrag Dr. Rolf Dieter Kanitz, Psychiater und leitender Oberarzt bei bei den Elmshorner Sana-Kliniken

SPD: Soziale Teilhabe von Flüchtlingen Hilfe gegen Traumatisierung  

Flüchtlingen mit Bleibeperspektive zügig ihren Aufenthaltsstatus sichern, dezentrale Unterbringung der Hilfesuchenden, bereits erworbene berufliche Qualifikationen zügig anerkennen, schulische und berufliche Ziele ermöglichen. Für den SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Hans Helmut Birke zentrale  Maßnahmen, nicht nur für eine sinnvolle Integration, sondern auch die beste Hilfe zur Überfindung traumatischer Erlebnisse.

Für Birke das Fazit eines Gastvortrages von Dr. Rolf Dieter Kanitz, Psychiater und leitender Oberarzt bei den Elmshorner Sana-Kliniken, den die SPD in ihre Fraktion eingeladen hatte.

Nach einer Erhebung der Bundespsychotherapeutenkammer sind etwa 70 Prozent der hier lebenden erwachsenen Flüchtlinge und 41 Prozent der Kinder und Jugendlichen Zeugen von Gewalt in ihrem Heimatland wurden.  Mehr als die Hälfte der Erwachsenen hat selber Gewalt erfahren, bei Kindern sind es 15 Prozent. Ein Großteil der Erwachsenen mussten Folterqualen über sich ergehen lassen. Auch sexueller Missbrauch ist keine Seltenheit. „Viele leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung oder unter Depressionen“, so Kanitz in seinem Beitrag, der auf seiner Station mit seinem Team fast täglich mit traumatisierten Männern, Frauen und Kindern zu tun hat.  

Kanitz betont, dass diese belastenden Erlebnisse und die psychischen Folgen jedoch kein Integrationshemmnis darstellen müssen und bei entsprechenden Maßnahmen von vielen Betroffenen sogar überwunden werden könnten. "Denn die Bedingungen im Asylland tragen dazu bei, wie stark sich die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung ausprägen“, so Kanitz. Beengte Wohnverhältnisse, Diskriminierung sowie fehlende Arbeitserlaubnis, Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen verschlimmern die Krankheit. „Außerdem ist die Angst vor Abschiebung für viele Betroffene sehr bedrohlich und verhindert den Genesungsprozess“, sagt der Psychiater. Das Ausmaß sozialer Unterstützung spiele deshalb eine wichtige Rolle.

Was da getan werden muss, ist für Hans-Peter Stahl –Vorsitzender des Kreissozialausschusses- klar.  „Wir haben im Sozialausschuss die besondere politische Verpflichtung, uns weiterhin für humane Wohnunterkünfte einzusetzen und unseren Beitrag zum Entdecken und Fördern der Potenziale dieser Menschen zu leisten. Männer, Frauen und Kinder, die in unseren Kreis kommen brauchen klare Perspektiven. Sie zu schaffen, ist die gemeinsame politische Verpflichtung von Politik und Verwaltung.“

 

Homepage: SPD-Pinneberg


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